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Facebook-Mitarbeiter streiken virtuell wegen Zuckerberg

02.06.2020 | 12:55 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Aus Protest gegen die jüngsten Äußerungen des Facebook-Gründers haben Mitarbeiter von Facebook ihre Arbeit niedergelegt.

Facebook-Mitarbeiter haben mit einem virtuellen Streik am Montag gegen die Äußerungen von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg über den Umgang mit Trump-Beiträgen in sozialen Medien protestiert. Zuckerberg hatte Ende vergangener Woche in einem längeren Beitrag auf Facebook und gegenüber Medien seine Einwände gegen eine Änderung der Tweets des US-Präsidenten Donald Trump durch soziale Dienste geäußert. Twitter hatte einem Trump-Tweet einen "Fakten-Check"-Hinweis hinzugefügt und damit den US-Präsidenten verärgert. Später blendete Twitter sogar einen Trump-Tweet komplett wegen Gewaltverherrlichung aus .

Zuckerberg erklärte am vergangenen Freitag, dass Facebook nicht als  "Schiedsrichter der Wahrheit" agieren solle und damit auch keinerlei Beiträge von Trump entfernt oder blockiert werden sollten.

Twitter blendet Trump-Tweet aus - eskaliert jetzt der Streit?

Facebook-Mitarbeiter nahmen diese öffentlichen Äußerungen von Mark Zuckerberg zum Anlass, um in einen virtuellen Streik zu treten, wie US-Medien berichten. Der Streik erfolgte virtuell, weil die meisten Facebook-Mitarbeiter ohnehin aufgrund der Coronakrise im Home-Office arbeiten.  Die streikenden Facebook-Mitarbeiter waren am Montag zeitweise nicht für ihren Arbeitgeber erreichbar und hatten ihren automatische Mailbenachrichtigungen den Hinweis hinzugefügt, dass sie aus Protest vorübergehend ihre Arbeit eingestellt hätten.

An dem virtuellen Streik sollen sich hunderte Facebook-Mitarbeiter unter dem Hashtag "#TakeAction" und "#BlackLivesMatter" beteiligt haben. Ein Facebook-Sprecher zeigte Verständnis für die Mitarbeiter und betonte gegenüber US-Medien, dass auch die Facebook-Führung erkennt, welchen Schmerz die Menschen derzeit fühlen, angesichts der anhaltenden Proteste nach dem Tod von George Floyd.

Der Facebook-Sprecher fügte hinzu: "Wir ermutigen unsere Mitarbeiter, offen zu sprechen, wenn sie mit der Führung nicht einverstanden sind. Da wir vor weiteren schwierigen inhaltlichen Entscheidungen stehen, werden wir weiterhin ihr ehrliches Feedback benötigen."

Der US-Sender CNN berichtet, dass die Facebook-Personalabteilungen die Facebook-Manager angewiesen hätten, keinerlei negative Maßnahmen gegen die Facebook-Mitarbeiter zu ergreifen, die am virtuellen Streik teilgenommen haben.

Mark Zuckerberg erklärt in seinem Facebook-Beitrag aber auch seine persönliche Sicht der Lage. Er sei betroffen von den Äußerungen des US-Präsidenten in seinen Tweets. Konkret kritisiert er die "spalterische und aufrührerische Rhetorik" des US-Präsidenten.

So erklärt Zuckerberg: "Dieser Moment ruft nach Einheit und Ruhe, und wir brauchen Einfühlungsvermögen für die Menschen und Gemeinschaften, die verletzt sind. Wir müssen als ein Land zusammenkommen, um Gerechtigkeit zu betreiben und diesen Kreislauf zu durchbrechen."

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