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Facebook, Microsoft, Twitter, YouTube: Datenbank gegen Terror-Inhalte geplant

06.12.2016 | 09:25 Uhr |

Facebook, Microsoft, Twitter und YouTube richten eine gemeinsame Datenbank für Fotos und Videos von Terrororganisationen ein. Damit soll die Terrorpropaganda erschwert werden.

Facebook, Microsoft, Twitter und YouTube wollen gemeinsam eine Datenbank erstellen, in der im Internet veröffentlichte terroristische Inhalte gespeichert werden. Damit soll die Verbreitung von Terrorinhalten im Internet erschwert werden, wie Facebook jetzt mitgeteilt hat.

IS/ISIS und andere Terrororganisationen nutzen Twitter, Facebook und Konsorten für ihre Propaganda. Allerdings können solche Postings auch nach hinten losgehen, wie ein Selfie beweist, den ein ISIS-Mitglied in einem sozialen Netzwerk veröffentlichte – der Selfie lockte US-Bomber an. In Frankreich verurteilte ein Gericht erst vor wenigen Tagen einen Franzosen zu zwei Jahren Gefängnis, weil er regelmäßig ISIS-Webseiten besucht hat.

Die gemeinsame Datenbank soll Fotos/Bilder erfassen, die gewalttätige terroristische Inhalte zeigen. Außerdem sollen in der Datenbank Rekrutierungsvideos von Terrororganisationen gespeichert werden. Sowie alle Inhalte, die Facebook, Microsoft, Youtube und Twitter von ihrem Plattformen löschen.

Alle erfassten Inhalte sollen als Hashes gespeichert werden. Damit ist jedes Bild und jedes Video aufgrund seines einzigartigen digitalen Fingerabdrucks einwandfrei identifizierbar. Wenn also zum Beispiel Facebook ein solches Video von seiner Plattform löscht und in die Datenbank einträgt, dann können es Microsoft, Youtube und Twitter sofort identifizieren, wenn es auf deren Plattformen eingestellt werden sollte. Und kann dann schneller entfernt werden beziehungsweise es erscheint gar nicht erst auf den anderen Plattformen.

Jedes der beteiligten Unternehmen soll gemäß seinen eigenen Vorgaben entscheiden, welche Bilder und Videos in die Datenbank eingestellt werden sollen. Jedes Unternehmen prüfe zudem eigenständig, ob ein in der Datenbank erfasstes Bild oder Video gemäß der eigenen Benutzerrichtlinien von der eigenen Online-Plattform gelöscht werden müsse. Die Datenbank soll keine persönlichen Informationen speichern.

Facebook ist es wichtig zu betonen, dass es bereits jetzt terroristische Inhalte auf seinen Plattformen löscht. In Übereinstimmung mit seinen Benutzerrichtlinien.

Zu einem späteren Zeitpunkt sollen weitere Firmen dazu stoßen können.

Mit einer ähnlichen Technologie fahnden Google, Facebook und Twitter bereits seit rund einem Jahr nach Kinderpornografie in ihren Netzwerken.


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