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Experiment: DOS lässt sich von Schallplatte starten

23.11.2020 | 16:15 Uhr | Michael Söldner

Ein Bastler nutzt eine Schallplatte mit FreeDOS zum Booten seines Rechners: Ein zeitaufwändiges Experiment!

Das Betriebssystem DOS konnte damals von unterschiedlichen Datenträgern gestartet werden. Viele Programme für klassische PCs wurden sogar auf Kassette gespeichert und anschließend in den Arbeitsspeicher geladen. Auch von einer Schallplatte kann gebootet werden, dies beweist der Bastler Jozef Bogin. Das 64 Kilobyte große FreeDOS hat er dazu als Rille in eine 10-Zoll-Schallplatte geschnitten, die im Anschluss mit 45 RPM abgespielt wird. Den Weg zum IBM-PC findet die Software schließlich mit einem Kassettenmodem sowie einem Verstärker. Letzter war notwendig, da das Audiosignal der Schallplatte ohne Verstärkung zu leise wäre. Das Signal muss außerdem so unverzerrt wie möglich übertragen werden, jedes Kratzen der Nadel könnte ansonsten zu einer Unterbrechung des Datenstroms führen. 

Zur Nutzung der DOS-Schallplatte war zudem ein angepasster Kernel nötig, der in den knappen Speicherplatz hineinpasst. Die Geräusche beim Booten der Schallplatte erinnern an den Sound eines Internet-Modems. Das angeschlossene Kassettenmodem rechnet die Pfeifgeräusche der Platte in die Bits und Bytes des DOS-Bootloaders um, der anschließend den Rechner startet. Für den Alltagseinsatz ist das System aufgrund der langen Wartezeit bis zum Ende der Schallplatte sicherlich nicht geeignet. Das Experiment ist dennoch sehr kreativ und zeigt die Möglichkeiten alter Medientypen. 

 

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