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Expensive Chat: Chatroom kostet 1 Cent pro Zeichen

01.03.2019 | 15:14 Uhr | Panagiotis Kolokythas

In dem Chatroom Expensive Chat zahlen Nutzer einen Cent pro Buchstaben in der Nachricht. Das steckt hinter dem neuen Dienst.

Auf der Website Expensive.chat ist am Donnerstag ein neuer Chatroom im Web gestartet, welcher vom niederländischen Entwickler Marc Köhlbrugge entwickelt wurde. Der Name "teuerer Chat" ist Programm, denn das Prinzip für den Chatroom im Browser lautet: Wer der Öffentlichkeit auf Expensive Chat etwas mitzuteilen hat, der muss zahlen. Und das nicht zu knapp: 1 US-Cent pro Buchstabe kostet der Spaß, ohne zu wissen, wer die Worte lesen wird.

Der Entwickler selbst bezeichnet den Dienst als "soziales Experiment". Er wolle einfach mal sehen was passiert, wenn die Leute in einem Chatroom nicht kostenlos darauf los schreiben dürfen, sondern für jeden getippten Buchstaben auch Kosten anfallen.

Ein Blick auf Expensive.chat zeigt, dass es gar nicht mal so wenig Nutzer gibt, die bereit sind, Geld für die Verbreitung ihrer Botschaft ins Unbekannte zu zahlen. Wobei es sich aber häufig um Werbebotschaften handelt. Einige wollen Geld sparen und verbreiten einfach nur Emojis. Die meisten Nachrichten bestehen aus wenigen Zeichen und am Ende der Nachricht kann der Leser direkt sehen, wie viel das Absetzen der Nachricht gekostet hat.

Im linken Bereich ist außerdem - zur Motivation für Geldgeber - zu erkennen, wer bisher das meiste Geld bei der Nutzung von Expensive.chat ausgegeben hat. Und wie viel Köhlbrugge bereits verdient hat: 141,57 US-Dollar (Stand: 1.3., 14:45 Uhr).

Das Motto des Dienstes ist letztendlich auch das Programm: "Geben Sie Geld aus, um mit Fremden zu chatten, die bereit sind, Geld auszugeben, um mit Fremden zu chatten."

Im Gespräch mit der US-IT-Site Motherboard macht der Entwickler keinen Hehl daraus, dass es ihm auch ums Geldverdienen geht. Alle Einnahmen, so erklärt er, wandern in seine Tasche. Er habe sogar schon Pläne, den Dienst zu einem Geschäftsmodell auszubauen. Denkbar sei beispielsweise die Möglichkeit, sich mit Promis gegen eine höhere Gebühr zu unterhalten, wobei dann das Geld für einen guten Zweck gespendet werde.

Köhlbrugger ist in der Entwickler-Szene kein Unbekannter. Er ist der Macher des Chat-Tools Work in Progress (WIP, https://wip.chat/ ), in dem sich Team-Mitglieder über ein laufendes Projekt austauschen können. Alle paar Monate stellt er ein neues soziales Experiment wie jetzt "Expensive Chat" online.


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