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Existenz-Vernichtung per Wurm

19.02.2002 | 12:15 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Parallelen zwischen dem jetzigen Yaw-Virus und dem ANTS-Wurm von Oktober 2001 liegen auf der Hand. Damals wie heute will ein unbekannter Übeltäter dem Programmierer von ANTS und von YAW ("Yet Another Warner") Schaden zufügen, indem er in dessen Namen und unter dem Deckmantel von dessen Programmen Malware verbreitet.

Der ANTS-Wurm trat damals eine weltweite Mail-Lawine los. Auch in der Redaktion der PC-WELT traf die Mail mit dem Wurm im Gepäck mehrfach ein. Genervte "Wurmopfer" wollten Andreas Haak, unter dessen Namen der Wurm verbreitet wurde, vor Gericht bringen.

Wie Andreas Haak der PC-WELT damals schilderte, bekam er den Hass der "Wurmopfer" per Mail, im Gästebuch auf seiner Website und telefonisch zu sehen und zu hören. "Das Telefon klingelt nachts ständig", so ein hörbar niedergeschlagener Haak zu jener Zeit gegenüber PC-WELT. Einige besonders rabiate Zeitgenossen drohten ihm gar mehrmals körperliche Gewalt und sogar Mord an.

Der ANTS-Wurm raubte Haak aber nicht nur wegen des klingelnden Telefons den Schlaf. Mehrfach wurde gegen Haak Anzeige erstattet - in der Regel mit dem Vorwurf des verbotenen Mail-Spammings - und eines morgens stand auch die Polizei vor der Tür.

Durch den Wurm entstanden Haak Kosten in Höhe von mehreren Tausend Mark. Besonders gravierend dürfte jedoch der Image-Schaden sein. Gerade im Marktsegment der Sicherheitssoftware ist Vertrauen die Basis für jede Zusammenarbeit. Indem jemand im Namen von Haak und dessen Programmen ANTS und YAW Malware verbreitet, versucht dieser Unbekannte den Ruf von Haak als Experte für Sicherheits-Software zu untergraben und damit auch seine Existenz zu zerstören.

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