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Ex-BMW-Manager entwickelt neues VW-Betriebssystem

16.07.2020 | 10:59 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Von BMW zu VW: Der bisherige BMW-Manager Dirk Hilgenberg übernimmt die Entwicklung des neuen Betriebssystems für alle Fahrzeuge des VW-Konzerns.

Update 16.7.: Der bisherige BMW-Manager Dirk Hilgenberg wird der Nachfolger von Christian Senger als Softwarechef des VW-Konzerns. Das berichtet unter anderem das Manager Magazin. Hilgenberg leitet nun also Car.Software.Org - die Abteilung, die das neue VW.OS-Betriebssystem für alle Fahrzeuge des VW-Konzerns entwickeln soll.

Hilgenberg ist bereits der vierte BMW-Manager, der zu Volkswagen wechselt. Denn nicht nur der jetzt abgelöste VW-Softwarechef Christian Senger arbeitete schon einmal für BMW. Auch VW-Konzernchef Herbert Diess ist ein Ex-BMWler. Ebenso wie Audi-Chef Markus Duesmann. Dussmann hat zudem die Verantwortung für die gesamte Softwareentwicklung im Volkswagenkonzern. Duesmann ist also Hilgenbergs Vorgesetzter. Update Ende

Volkswagen feuert seinen Software-Chef. So drastisch formulieren die Wolfsburger ihre noch nicht offizielle jüngste Personalentscheidung natürlich nicht, schließlich sollen alle Betroffenen ihr Gesicht wahren. Aber faktisch soll es so sein, wie aus einem Bericht des Handelsblatts hervorgeht.

Christian Senger ist bei VW für den Aufbau von Car.Software.Org verantwortlich, also von der neuen Abteilung, die das neue Betriebssystem VW.OS entwickeln soll, das künftig in allen Autos des VW-Konzerns bei allen Marken laufen soll. Mit Car.Software.Org will sich VW von Zulieferern wie zum Beispiel Continental, Bosch oder LG unabhängig machen. Car.Software.Org soll bei Audi in Ingolstadt angesiedelt werden. Senger war offiziell erst Anfang Juli 2020 Chef von Car.Software.Org geworden.

Doch seine Aufgabe als Chef von Car.Software.Org und als VWs Digitalchef muss Senger nun wieder räumen. Das will das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfahren haben. Demnach soll sich Senger „mit zu vielen Akteuren im VW-Reich überworfen“ haben, schreibt das Handelsblatt. Da er die gesamte Entwicklung von Car.Software.Org an einer Stelle zusammenfasste, fühlten sich die einzelnen Marken wohl übergangen. Auch mit den Betriebsräten gab es laut Handelsblatt Differenzen. Außerdem hatte und hat VW vermutlich noch immer Probleme mit der Software des neuen ID.3 und den neuen Golf VIII. Auch das dürfte die Position von Senger nicht gestärkt haben: Notruf defekt: Lieferstopp für Golf, Leon, Octavia - Audi prüft noch. Der neue ID.3 muss wegen der Softwareprobleme sogar ohne den eigentlich angestrebten Funktionsumfang ausgeliefert werden.

Stattdessen soll der neue Audi-Chef Markus Duesmann die digitalen Bereiche des VW-Konzerns leiten. Sengers Ablösung fällt in eine Zeit, in der VW auch noch einige andere Führungspositionen im Konzern neu besetzt. Senger soll laut Handelsblatt aber nicht den Konzern verlassen. VW wolle ihn behalten und suche derzeit eine neue Aufgabe für Senger, wie das Handelsblatt schreibt.

Bevor Senger Software-Chef in Wolfsburg wurde, leitete er die Entwicklung der Elektrobaureihe ID und davor unter anderem bei BMW die i-Reihe. Sengers korrekte Konzernbezeichnung lautet Mitglied des Markenvorstands Volkswagen Pkw, Ressort ‘Digital Car & Services‘.

PC-WELT fragte bei VW wegen der Personalie Christian Senger nach. VW antwortete uns folgendermaßen: " Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns zu Personalspekulationen nicht äußern. Wir werden zu gegebener Zeit informieren."

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