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Erpressermails fordern Bitcoins für Pornos gucken

27.02.2019 | 12:04 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Sie haben sich Pornos angeschaut, ohne dafür zu bezahlen. Deshalb fordert eine Rechtsanwaltskanzlei nun Geld von Ihnen. Eine neue Erpressermasche.

Die Polizei von Niedersachsen warnt vor einer neuen Variante von Erpresser-Mails, die seit einigen Tagen verstärkt kursieren. Die Mails geben vor, Mahnschreiben von der tatsächlich existierenden Rechtsanwaltskanzlei Rose & Partner zu sein. Teilweise werden aber auch andere Rechtsanwaltskanzleien als Absender genannt.

In den Erpresser-Mails, die natürlich nicht von den angegebenen Rechtsanwaltskanzleien stammen, wird behauptet, dass die Empfänger pornhub.com genutzt hätten. Unerlaubterweise und ohne dafür zu bezahlen. Deshalb habe die Mindgeek GmbH aus Hamburg die Rechtsanwälte beauftragt, die offenen Forderungen einzutreiben. Diese Nutzungsgebühr zusätzlich Mahngebühr und Anwaltskosten fordert das Schreiben nun ein, zahlbar in Bitcoins. Das Schreiben nennt die Bitcoin-Adresse und gibt einige Links an, unter denen sich der Empfänger darüber informieren kann, wie er Bitcoins kaufen kann. Die Mail verspricht, dass der Fall nach Zahlung der Bitcoins als erledigt betrachtet wird.

Rose & Partner warnt seinerseits auf seiner Webseite vor diesen Betrugs-Mails.

Zur Erinnerung: So sehen die klassischen Erpresser-Mails in Zusammenhang mit angeblichen Porno- und Masturbationsvideos aus. Der Erpresser behauptet in den oft mit Rechtschreibfehlern durchsetzten Mails, dass er den Empfänger beim Masturbieren vor dem PC gefilmt habe. Außerdem habe er alle Mail- und Social-Media-Kontakte des Empfängers kopiert und droht nun damit, allen diesen Kontakten das Video zu senden und es zusätzlich im Internet zu veröffentlichen. Zusammen mit der Adresse des Empfängers.

Das könne der Bedrohte nur verhindern, indem er bis zu dem angegebenen Datum 180 Bitcoins an die angegebene Bitcoin-Adresse schickt. In diesem Fall würde der Erpresser alle Daten vernichten. Für den Fall, dass der derart Erpresste nicht weiß, wie er Bitcoins kaufen kann, liefert der hilfsbereite Erpresser Links zu einigen Hilfeseiten zum Bitcoin-Kauf mit. Die Mail endet mit der Drohung, das Leben des Erpressten mit der Veröffentlichung des Videos zu zerstören, falls dieser nicht zahle.

Für alle diese Erpresser-Mails gilt: Zahlen Sie keinesfalls und antworten Sie auch nicht auf die Mails, sondern löschen Sie die Mails! Sie können die Erpresser-Mails auch an die hier genannte eigens eingerichtete Mailadresse der Polizei weiterleiten. Außerdem können Sie Anzeige erstatten: entweder an einer Polizeidienststelle oder bei einer sogenannten Onlinewache. Die für Ihr Bundesland zuständige Onlinewache finden Sie hier.

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