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Erpresser drohen Sie mit dem Coronavirus zu infizieren

21.04.2020 | 10:33 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Cyberkriminelle nutzen die Coronakrise für eine besonders bösartige Erpressung. Sie drohen ihren Opfern damit, dass sie diese und deren Familienangehörige mit dem Coronavirus infizieren.

Die Erpresser verschicken laut einem Bericht von Spiegel Online Mails, in denen sie damit drohen, den Empfänger und die Familienmitglieder des Angeschriebenen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 anzustecken: "Glaub mir, ich kann sie alle infizieren". Damit die Erpresser diese perfide Drohung nicht wahr machen, soll der Erpresste binnen 24 Stunden Lösegeld in Form von Bitcoins zahlen. Die Lösegeldsumme beträgt umgerechnet 4000 US-Dollar.

Die bayerischen Behörden ermitteln bereits in mehreren Fällen, in denen damit gedroht wurde die Opfer mit SARS CoV-2 zu infizieren. Die Erpresser verschaffen ihrer Drohung dadurch Nachdruck, dass sie ein Passwort eines Online-Kontos des Opfers mitschicken – damit wollen die Cybergangster offensichtlich den Eindruck erwecken, dass sie im Besitzer von privaten Daten über das Opfer sind und ihre Drohung tatsächlich umsetzen könnten. Diese Passwörter sollen meist authentisch sein, wie die Ermittlungsbehörden gegenüber dem Spiegel betonen. Die Passwörter stammen vermutlich aus Listen mit Passwörtern, die im Darknet und in Cybercrime-Foren angeboten werden.

Die Drohung mit der Infizierung mit dem Coronavirus ist nur die neueste Variante von Cybercrime in Verbindung mit der Coronakrise. In den vergangenen Wochen stellten Betrüger zum Beispiel gefälschte Onlineshops online, in denen sie angeblich Schutzmasken verkauften. Gangster verschickten außerdem Mails mit Ransomware im Anhang, die die betroffenen Windows-PCs verschlüsselte. Wir haben in dieser Meldung alle Betrugsmaschen in Zusammenhang mit der Coronakrise zusammengestellt:

Polizei warnt: Immer neue Betrugsmaschen mit Coronavirus

Fiese Erpressersoftware tarnt sich als Corona-Info und verschlüsselt PC

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