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Elon Musk: Autonome Kampfdrohnen ersetzen Kampfflugzeuge

04.03.2020 | 14:25 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Das Zeitalter der Kampfflugzeuge mit Piloten an Bord geht zu Ende. Autonome Drohnen würden die Kampfflieger ersetzen. Das sagte Elon Musk auf einem Treffen von Luftwaffenexperten. Die Entwicklung in Syrien scheint Musk Recht zu geben.

Am vergangenen Freitag nahm Elon Musk an einer von der US-Luftwaffe veranstalteten Konferenz teil, wie Defensenews berichtet. Was er dort sagte, dürfte Kampfpiloten und Befürwortern des klassischen Luftkampfes nicht gefallen. Denn als der US-Luftwaffengeneral John Thompson Elon Musk fragte, ob er eine innovative Idee dazu hätte, wie man den Luftkampf revolutionieren könnte, antwortete der Tesla- und SpaceX-Chef sinngemäß: “Vor Ort autonom operierende Drohnen sind die Zukunft des Luftkampfs“. Musk ergänzte, dass er sich Drohnen, die autonom kämpfen, zwar nicht wünschen würde. Doch das sei nun einmal die Zukunft. Und Musk legte nach: „Das Zeitalter der Kampfflugzeuge sei vorbei. Drohnen sind nun angesagt“.

Die Zuhörerschaft, darunter vermutlich viele US-Kampfpiloten, reagierte mit leisem Gemurmel und Gelächter. Doch die Realität zeigt, dass Musk mit seiner Prognose nicht falsch liegen dürfte. In Syrien haben türkische Truppen mit ferngesteuerten Kampfdrohen in den letzten Tagen bereits etliche Panzer, gepanzerte Mannschaftstransporter, LKWs, Geschütze und andere Bodenziele der syrischen Armee zerstört. Drohnen hätten zusammen mit Artilleriebeschuss über Hundert gepanzerte Fahrzeuge der syrischen Armee vernichtet.

Die Türkei würde bei ihren Angriffen auf syrische Bodenziele ganz offensichtlich Kampfdrohnen den Vorzug gegenüber Kampfflugzeugen geben. Die türkischen Kampfdrohnen töten zwar noch nicht autonom, sondern werden von türkischen Soldaten aus der Ferne bedient. Doch es sind eben doch unbemannte Drohnen und keine bemannten Kampfflugzeuge, die in Syrien jetzt töten. Beobachter bezeichnen Drohnen wie die Bayraktar TB2 bereits als Game Changer. Diese Drohnen können bei reinen Aufklärungsmissionen bereits autonom handeln.

Musk wiederholte bei diesem Luftwaffen-Symposium sein bekanntes Credo, dass KI in den nächsten fünf Jahren die Technik sein würde, die man meisten verändert. Mit radikalen Konsequenzen. Letztendlich dreht sich die Frage wieder um das Thema, welche Rolle künstliche Intelligenz künftig spielen werde. Musk hatte bereits vor Jahren davor gewarnt, dass autonome Maschinen/Roboter, die mit künstlicher Intelligenz ausgestattet sind, die Straße entlang gehen und Menschen töten. Musk ging sogar noch weiter und warnte davor, dass KI einen dritten Weltkrieg beginnen könnte.

Zahlreiche Staaten setzen Kampfdrohnen bereits ein, der bekanntes Vertreter sind die USA. In Deutschland dagegen verlief die Diskussion darüber, ob die Bundeswehr mit Kampfdrohnen ausgestattet werden sollte, bis jetzt im Sande. Am 24. März 2020 soll auf einer Podiumsdiskussion im Berliner Bendler-Block wieder einmal die Frage diskutiert werden, ob die Bundeswehr die von ihr angeschaffte israelische Drohne Heron TP bewaffen soll.

Notiz am Rande: Ebenfalls auf diesem US-Luftwaffentreffen forderte Musk, dass die USA eine große Weltraumflotte mit großen Raumschiffen bräuchten, die weite Distanzen im Weltall zurücklegen könnten.

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