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Elektroschrott: Belkin schaltet funktionierende Webcams einfach ab

12.05.2020 | 09:51 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Belkin macht funktionierende Wemo NetCams zu Elektroschrott. Nur ein Teil der Kunden bekommt Geld zurück.

Belkin hat mitgeteilt, dass es die Server für die Video-Service-Plattform (iSecurity+) für die Wemo NetCam am 29. Mai 2020 abschaltet und die Unterstützung für die Wemo NetCam-Produkte einstellt. Bis zum 29.5.2020 soll die Video-Service-Plattform noch funktionieren und die Wemo NetCam-Produkte sich noch nutzen lassen. Nutzer sollen alle Dateien/Videos vor dem 29. Mai speichern, sofern sie diese behalten wollen.

Tipp: In diesem Artilkel stellen wir Kameras vor, mit denen Sie die Belkin Wemo NetCam ersetzen können: Die besten smarten Überwachungskameras.

Damit werden diese voll funktionsfähigen Überwachungskameras unbrauchbar und deren Besitzer haben nur noch Elektroschrott zu Hause herumstehen. Ohne die Wemo NetCam Server können Kunden die Wemo Netcams nicht mehr nutzen. Denn obwohl die Wemo NetCam weiterhin eine Verbindung zu dem Wi-Fi-Netzwerk des Nutzers herstellt, können die Kunden ohne diese Server weder den Video-Feed ansehen noch auf die Sicherheitsfunktionen der Wemo NetCam, wie z.B. Bewegungs-Clips und Bewegungs-Benachrichtigungen, zugreifen. Ein direkter IP-Zugriff auf die Videoeingabe der Kamera ist laut Hersteller nicht möglich. Ein weiteres Problem: Falls Sie Ihre Wemo NetCam als Bewegungsmelder für Ihre Wemo-Produktlinie verwenden, bietet sie diese Funktionalität nicht mehr und wird als Option aus Ihrer Wemo-App entfernt.

Belkins Begründung für diesen drastischen Schritt fällt denkbar knapp und eigentlich nichtssagend aus: „Nach 7 Jahren Betriebszeit wird die Video-Service-Plattform, die wir zur Unterstützung dieser Produkte verwendet haben, abgeschaltet.“ Die Wemo NetCam kann Belkin zufolge auch nicht mit Anwendungen eines Drittanbieters verwendet werden. Denn die Wemo NetCam verwendet laut Belkin ausschließlich die iSecurity+ Videodienstplattform für alle Videoaufzeichnungs- und Bewegungsmeldungsfunktionen.

Diese Kunden bekommen Geld zurück

iSecurity+ ermöglichte es den Benutzern, den Videoaufzeichnungsdienst für ein Jahr im Voraus zu bezahlen. Falls Kunden ein aktives Abonnement für den iSecurity+-Dienst haben, das ab dem 29. Mai 2020 noch aktiv ist, bietet Belkin eine Rückerstattung für den nicht genutzten Teil des Abonnements im Wert von 9,99 US-Dollar für jeden verbleibenden Monat an. Der Betrag der Rückerstattung erfolgt in der Landeswährung des Benutzers.
 
Um Anspruch auf eine Rückerstattung zu haben, brauchen Sie einen Kaufbeleg mit den folgenden Informationen:
 
Für den Dienst iSecurity+

  • Ein Kauf- oder Service-Aktivierungsdatum für das Jahres-Abonnement

  • Das Abonnement muss vor dem 29. Mai 2020 erworben worden sein

  • Das Abonnement muss noch 1 oder mehr aktive Monate nach dem 29. Mai 2020 haben. Ein aktiver Monat gilt als 7 Tage oder mehr Dienst, die im Abonnement verbleiben.

Belkin will auch Rückerstattungen für Wemo NetCams anbieten . Aber nur für solche Kameras, die sich noch innerhalb der zweijährigen Garantiezeit befinden. Wer also eine ältere Wemo NetCam ohne Garantie besitzt, schaut in die Röhre.

Um Anspruch auf eine Rückerstattung zu haben, brauchen Sie folgende Informationen:

  • Ein Kaufbeleg mit Datum von einem autorisierten Händler von Belkin- und Wemo-Produkten für jede Wemo NetCam, für die Sie eine Rückerstattung anfordern

  • Das Kaufdatum muss nach dem 1. April 2018 sein

  • Der Kaufpreis muss auf dem Kaufbeleg sichtbar sein

  • Sie müssen die Wemo NetCam haben und sie an Belkin zurückschicken können

  • Kunden aus Europa erhalten für jedes unter Garantie stehende Wemo NetCam-Produkt eine vollständige Rückerstattung des auf dem Kaufbeleg vermerkten Kaufbetrags (abzüglich etwaiger Rabatte oder Preisnachlässe).

Über dieses Webformular beantragen Sie die Rückerstattung. Dort sind auch alle einzureichenden Nachweise aufgeführt. Rückerstattungen können noch bis zum 30. Juli 2020 angefordert werden.

Das Abschalten der Wemo Netcam-Produkte ist genauso wie Osrams Abschaltung der Osram der Lightify-Server ein typisches Beispiel für die Abhängigkeit, in die sich Smart-Home-Nutzer freiwillig begeben. Denn anders als bei reiner Hardware, die man so lange benutzen kann, bis sie defekt ist, sind Besitzer von Geräten, die auf Clouddienste/Server angewiesen sind, der Willkür der Hersteller ausgesetzt.

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