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Elektro, Verbrenner, Hybrid: So plant VW seine künftigen Autos

13.05.2020 | 12:55 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Brennstoffzellen-Autos von VW wird es vorerst nicht geben. Das plant VW für seine künftige Auto-Produktion.

Die britische Auto-Nachrichtenseite Autocar berichtet, dass Volkswagen keine Pläne dafür habe, Wasserstoff- beziehungsweise Brennstoffzellen-Pkw zu entwickeln. Das soll Dr. Matthias Rabe gesagt haben. Rabe ist seit 1. Februar 2020 CTO von Volkswagen Pkw, also der Technikchef von VW.

Das bedeute allerdings nicht, dass innerhalb der Volkswagen-Gruppe nicht am Brennstoffzellen-Antrieb geforscht werde. Die VW-Tochter Audi sei innerhalb des Konzernverbunds für die Weiterentwicklung der Brennstoffzellen-Fahrzeuge zuständig. Der Volkswagenkonzern insgesamt würde Rabe zufolge also durchaus in Richtung Wasserstoff schauen, aber konkret für die Marke Volkswagen Pkw sei der Wasserstoff-Antrieb in naher Zukunft keine Option, zitiert Autocar den VW-Technikchef. Rabe glaubt, dass sich der Wasserstoff-Antrieb am besten für Nutzfahrzeuge eignen würde.

PC-WELT fragte bei Volkswagen nach. VW betont in seiner Antwort an uns, dass das Magazin Autocar kein Interview mit Dr. Matthias Rabe geführt habe, sondern bei verschiedenen Gelegenheiten gemachte Aussagen zu einem „neuen Bericht“ zusammengestellt habe. Die darin gemachten Aussagen zum Thema Brennstoffzelle seien jedoch richtig.

VW wolle sich weitgehend auf die E-Mobilität konzentrieren und sich langfristig von verschiedenen Formen alternativer Antriebe verabschieden, etwa dem CNG-Antrieb ( Erdgas ). Diese sukzessive Umstellung auf den E-Antrieb werde aber noch viele Jahre durch ein breites Angebot an Otto-, Diesel- und CNG-Antrieben begleitet. Daneben werde es Modelle mit verschiedenen Formen der Hybridisierung geben – neben Plug-in-Hybridenbeispielsweise auch Mild-Hybrid-Varianten mit 48-V-Bordnetz.

Die Elektromobilität biete laut Volkswagen „für eine konsequente CO2-Reduzierung den effizientesten Hebel, kein anderer Antrieb kann das momentan schlagen – weder ein CNG-Antrieb noch die Brennstoffzelle.“ Lesen Sie dazu auch: VW steht unter Strom: Aus für Erdgas-Autos .

Eine ähnliche Einschätzung erhielt PC-WELT auf der IAA 2019 von BMW. Damals sagte uns Robert Irlinger, Leiter Produktlinie i bei BMW, dass BMW die Brennstoffzelle aufgrund des großen Platzbedarfs der dafür nötigen Technik eher im Nutzfahrzeugbereich ansiedeln würde. Also bei Transportern, LKW und Bussen. Toyota ist schon einen Schritt weiter und bietet längst ein Brennstoffzellen-Auto an: den Mirai.

Eines der Probleme bei Brennstoffzellen-Fahrzeugen ist das extrem dünne Tankstellennetz. Deshalb experimentieren Forscher mit Wasserstoff-Tankstellen für Privatanwender. Die Bundesregierung will Wasserstoff-Autos ebenfalls fördern und Deutschland soll Nr. 1 bei Wasserstoff werden.

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