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Elektro-Autos: Enorme Ladeverluste erhöhen Unterhaltskosten

24.07.2020 | 12:58 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die tatsächlichen Stromkosten eines Elektro-Autos sind höher, als der Bordcomputer anzeigt. Grund: Die teils enormen Ladeverluste: Besonders ein Vorreiter der Elektro-Automobilität blamiert sich in dieser Disziplin.

Der Ladeverlust beim Aufladen eines Elektroautos spielt bei den tatsächlichen Unterhaltskosten eine wichtige Rolle. Denn der E-Auto-Besitzer bezahlt ja die Strommenge, die an der Ladesäule in seinen Wagen abfließt und nicht die Strommenge, die tatsächlich in seinen Akkus ankommt. Die Differenz zwischen diesen beiden Werten ist durchaus gravierend, wie ein Test des ADAC ergeben hat.

Der Bordcomputer eines Elektro-Autos zeigt den Ladeverlust nicht an. Denn der Bordcomputer zeigt nur den Verbrauch für den Antrieb an – Verluste beim Ladevorgang bleiben unberücksichtigt, müssen aber vom Autobesitzer beim Aufladen natürlich mitbezahlt werden. Die Messsysteme im Auto können die beim Aufladen anfallenden Verluste derzeit nicht erfassen. Ladeverluste entstehen beim Laden aber in der vorgelagerten Elektroinstallation und der Ladestation, im Bordladegerät des Fahrzeuges und in der Antriebsbatterie, wie der ADAC erklärt.

Diese Ladeverluste ermittelte der ADAC.
Vergrößern Diese Ladeverluste ermittelte der ADAC.
© ADAC

Der ADAC hat deshalb 15 E-Autos auf ihren realen Verbrauch an der Ladesäule im Vergleich zur Angabe im Bordcomputer untersucht. Das verblüffende Ergebnis: Der Ladeverlust ist je nach Fahrzeug sehr unterschiedlich. Je nach Fahrzeug weichen die Angaben 10 bis 25 Prozent voneinander ab.

Ausgerechnet der De-facto-Benchmark für Elektro-Autos schwächelt beim Thema Ladeverlust ganz massiv: Ein Tesla Model 3 Long Range hat fast 25 Prozent Ladeverlust. Diesen müssen Sie also zur Stromverbrauchsangabe des Tesla-Bordcomputers hinzu addieren. Aber auch Seat Mii electric und Jaguar i-Pace sowie Renault Zoe, Nissan Leaf und VW e-up! bescheren ihren Besitzer so Zusatzkosten.

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