68078

Einblick in die zukünftige Strategie

Nach zum Teil drastischen Absatzeinbrüchen bei Siemens startet Benq Mobile mit einem Marktanteil von 5,2 Prozent. "Das erste Halbjahr dürfte noch etwas schwächer ausfallen", räumte Joos ein. Im gesamten ersten Jahr wolle man das Geschäft mit 25 bis 30 neuen Modellen ankurbeln und die Kosten deutlich senken. Man werde zum Beispiel davon profitieren, dass Benq beim Thema UMTS weiter sei, als Siemens. "Die Siemens-Produkte waren zwar gut - aber sie kamen zu spät auf den Markt. Zum Teil wurde so lange optimiert, bis der richtige Zeitpunkt verpasst war", kritisierte Joos seinen früheren Arbeitgeber. Bei Benq seien die Reaktionszeiten kürzer.

Die bislang erfolglosen Gespräche mit der IG Metall über die Verlängerung der Bestandsgarantie für das Handy-Werk im nordrhein-westfälischen Kamp-Lintfort um ein Jahr bis Mitte 2007 würden Anfang kommenden Jahres fortgesetzt, sagte Joos. In Kamp-Lintfort wurden zur Übergabe an Benq 340 der rund 2000 Stellen abgebaut. Dafür sollen 70 Stellen in Forschung und Entwicklung entstehen. Das Schicksal des Standorts Ulm mit 130 Mitarbeitern ist unklar. "Ulm ist zu klein, um eigenständig ganze Produkte zu entwickeln." Es gebe aber keinen Grund, warum Ulm nicht an der Entwicklung von Komponenten teilnehmen könne. Die Zentrale von Benq Mobile werde aus seiner Sicht auch über die zunächst vereinbarten zwei Jahre hinaus in München bleiben, sagte Joos.

Der Benq-Mobile-Chef gab einen Einblick in die zukünftige Strategie. So wolle man im Gegensatz zu Siemens stärker zwischen Massengeschäft und Hochpreissegment differenzieren. Entwicklung, Einkauf und Fertigung würden in zwei eigenständige Einheiten getrennt: Die High-Tech-Entwicklung bleibe in Deutschland, der Massenmarkt werde aus Asien bedient. Die Materialkosten müssten niedriger und die Firmenstruktur schlanker werden. IT-Infrastruktur und andere Servicebereiche würden ausgelagert. Benq Mobile wolle sich auf das Sponsoring des Fußballclubs Real Madrid konzentrieren und die Formel-1-Verträge an Siemens übergeben.

Benq war 2001 aus dem Acer-Konzern abgespalten worden und stellt Elektronik-Produkte wie LCD-Fernseher, Computerbildschirme oder Projektoren her.

Ende mit Schrecken: Siemens-Handys gehören jetzt Benq (PC-WELT Online, 04.10.2005)

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
68078