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EU warnt vor neuen Gefahren durch 5G

10.10.2019 | 11:19 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die EU-Staaten warnen vor den Risiken der neuen 5G-Technik: Staatlich gelenkte Hacker könnten lebensnotwendige Netzwerke lahmlegen. Und es drohe eine Abhängigkeit von wenigen Techniklieferanten, die ihrerseits von fremden Staaten gelenkt werden könnten.

Die EU-Staaten haben einen Bericht zur Risikobewertung von 5G-Netzen veröffentlicht. Da 5G-Netze künftig das „Rückgrat der digitalisierten Volkswirtschaften und Gesellschaften“ in kritischen Sektoren wie Energie, Verkehr, Bank- und Gesundheitswesen, aber auch bei industriellen Steuerungssystemen darstellen werden, ist deren Absicherung gegen Hackerangriffe, Spionage und Malware-Einschleusung besonders wichtig.

Der Bericht nennt mehrere große Sicherheitsprobleme, die in 5G-Netzen auftreten beziehungsweise dort stärker als bei den bisherigen Netzen bis einschließlich 4G/LTE ins Gewicht fallen sollen. Diese Sicherheitsprobleme entstehen zum einen durch die „großen Innovationen der 5G-Technik“ im Softwarebereich und bei den Diensten und Anwendungen, die durch 5G-Technik ermöglicht werden. Und zum anderen durch die der „Rolle der Lieferanten beim Aufbau und Betrieb von 5G-Netzen und dem Grad der Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten.“

Dem Bericht zufolge erhöhe sich durch 5G-Netze die Angriffsgefahr, weil es mehr potenzielle Ansatzpunkte für Angreifer gebe. Vor allem durch Sicherheitslücken in Software, die bei 5G-Netzen besondere wichtig sei. Angreifer könnten dadurch leichter Hintertüren einbauen. Aufgrund der neuen Merkmale der 5G-Netzarchitektur und neuer 5G-Funktionen seien bestimmte Netzausrüstungen oder Netzfunktionen leichter verwundbar. Als Beispiele nennt der Bericht Basisstationen oder wichtige technische Verwaltungsfunktionen der Netze.

Der Bericht warnt konkret vor erhöhten Risiken durch die Abhängigkeit der Mobilfunknetzbetreiber von ihren Lieferanten. Dadurch könne die Zahl der Angriffspunkte, die von Angreifern ausgenutzt werden könnten‚ steigen und sich zudem die potenzielle Schwere der Folgen solcher Angriffe erhöhen. Nicht-EU-Staaten oder staatlich unterstützte Organisationen könnten die europäischen 5G-Netze ins Visier nehmen. Konkrete Namen nennt der Bericht nicht, aber man könnte hier zum Beispiel an China oder Russland denken.

Insbesondere bei Lieferanten, die nicht aus einem EU-Land kommen, müsse das Risikoprofil genau analysiert werden. Auch hier nennt der Bericht keine Namen, aber man könnte in diesem Zusammenhang an Huawei aus China denken.

Der Bericht warnt außerdem vor einer großen Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten. Das könnte zu Lieferunterbrechungen führen. „Da 5G-Netze voraussichtlich das Rückgrat vieler unverzichtbarer IT-Anwendungen bilden werden“, müsse sichergestellt werden, dass diese auch tatsächlich immer verfügbar sind.

Damit es nicht bei diesem Bericht bleibt, sondern die EU-Mitgliedsstaaten auch tatsächlich Maßnahmen zur Absicherung der kommenden 5G-Netze in die Wege leiten, sollte sich bis zum 31. Dezember 2019 „die Kooperationsgruppe auf ein Instrumentarium von Risikominderungsmaßnahmen einigen, mit dem auf die festgestellten Cybersicherheitsrisiken auf nationaler und Unionsebene reagiert werden soll.“ Bis zum 1. Oktober 2020 wiederum sollten die Mitgliedstaaten gemeinsam mit der EU-Kommission die Auswirkungen der Empfehlung bewerten, um zu ermitteln, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.

Fazit: Auch wenn der Bericht keine konkreten Namen nennt, so schimmert an vielen Stellen die Angst davor durch, dass zentrale 5G-basierte Kommunikations- und Steuertechniken der EU-Staaten von fremden Nicht-EU-Staaten kontrolliert werden könnten. Diese fremden Staaten könnten über Netzwerktechnik-Lieferanten Zugriff auf die 5G-Netze der EU bekommen. Neben staatlichen Hackern warnt der Bericht aber auch vor Aktivisten, die über Hackerangriffe Einfluss nehmen könnten. Und vor Cyberterroristen.

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