2418335

EU-Parlament stimmt für Abschaffung der Zeitumstellung

26.03.2019 | 14:32 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Das vielen Menschen verhasste Umstellen der Uhren wird abgeschafft. Heute stimmte das EU-Parlament für die Abschaffung der Zeitumstellung.

Heute blickten die europäischen Internetnutzer gebannt auf die Abstimmung im EU-Parlament über die Urheberrechtsreform (Stichwort: Artikel 13 bzw. 17). Darüber ging fast völlig unter, dass das EU-Parlament in Straßburg heute auch noch über ein weiteres Thema abgestimmt hat, das viele Menschen bewegt: Die Abschaffung der Zeitumstellung innerhalb der EU.

410 EU-Abgeordnete stimmten laut tagesschau.de für die Abschaffung der hierzulande recht unpopulären Zeitumstellung, 192 EU-Parlamentarier stimmten gegen die Abschaffung und 51 Abgeordnete enthielten sich der Stimme. Damit steht fest, dass die Zeitumstellung im Jahr 2021 abgeschafft werden soll. Das EU-Parlament folgt damit einer  Empfehlung des Verkehrsausschusses.

Das Europaparlament legte fest, dass jeder Mitgliedsstaat selbst entscheiden könne, ob er in zwei Jahren dauerhaft auf die bisherige Winterzeit oder auf die bisherige Sommerzeit umstellen wolle. Staaten, die sich für die Winterzeit entscheiden, würden dann im Oktober 2021 das letzte Mal die Uhren umstellen.

So geht es weiter: Wie die Abschaffung konkret umgesetzt werden soll, muss allerdings noch zwischen den EU-Mitgliedsstaaten ausgehandelt werden. Dabei geht es vor allem darum, dass sich alle EU-Staaten einer Zeitzone (die auf einem gemeinsamen Längengrad liegen) auf eine einheitliche Uhrzeit einigen. Hierüber verhandeln die EU-Verkehrsminister miteinander. Denn unterschiedliche Uhrzeiten innerhalb einer Zeitzone wären für die Wirtschaft und für das Alltagsleben fatal (wenn also beispielsweise in Deutschland, Österreich, Tschechien, Frankreich und den Niederlanden die Uhren unterschiedlich gehen würden). Haben sich die Verkehrsminister auf einen Kompromiss geeinigt, dann müssen sich die Minister mit den Unterhändlern des EU-Parlaments noch einigen. Beobachter rechnen damit, dass das nicht vor Herbst 2019 geschehen wird.

Hintergrund:  Die derzeitige Winterzeit ist übrigens die „Normalzeit“: Mitteleuropäische Zeit (MEZ). In Deutschland wurde 1980 die davon abweichende Sommerzeit eingeführt: Das ist dann die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). Hierzu wird im Frühjahr die Uhr um eine Stunde vorgestellt: Statt zum Beispiel 6 Uhr ist es dann also 7 Uhr. Abends ist es somit länger hell. Und im Herbst wird die Uhr wieder um eine Stunde zurückgestellt. Diese Regelung gilt seit 1996 EU-weit.

Derzeit gibt es im EU-Raum vier Zeitzonen, von denen eine, die Azores Standard Time, aber nur für die im Atlantik liegenden und zu Portugal gehörenden Azoren gilt (von der deutschen Normalzeit/Winterzeit müssen Sie 2 Stunden abziehen, um auf die Azores Standard Time zu kommen). Für das eigentliche Europa sind drei Zeitzonen relevant (für diese Zusammenstellung wird die Normalzeit=Winterzeit zu Grunde legt):

  • Western European Time (z.B. Irland, Portugal) beziehungsweise Greenwich Mean Time (Großbritannien). Hierzu ist von der deutschen Normalzeit/Winterzeit 1 Stunde abzuziehen.

  • Central European Time (u.a. Belgien, Frankreich, Niederlande, Deutschland, Österreich, Italien, Polen, Spanien, Ungarn, Tschechien). Unsere Winter-/Normalzeit.

  • Eastern European Time (u.a. Bulgarien, Rumänien, Griechenland). Zur deutschen Normalzeit/Winterzeit 1 Stunde addieren.

EU-Umfrage: Große Mehrheit gegen Zeitumstellung

Ende der Zeitumstellung frühestens im Jahr 2021

Ende der Zeitumstellung kommt doch nicht 2019

Abschaffung der Zeitumstellung könnte sich verschieben




PC-WELT Marktplatz

2418335