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EU-Kommission leitet Untersuchung gegen Amazon ein

18.07.2019 | 14:55 Uhr | Denise Bergert

Die EU-Kommission will eine Untersuchung gegen Amazon wegen möglicher Benachteiligung von Marketplace-Händlern eröffnen.

Wie die Europäische Kommission in dieser Woche bekannt gibt , wollen die Brüsseler Wettbewerbshüter eine Untersuchung wegen wettbewerbswidriger Verhaltensweisen gegen Amazon einleiten. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager will dabei prüfen, ob Amazon bei seiner doppelten Funktion als Einzelhändler und Verkaufsplattform die EU-Wettbewerbsregeln einhält.

Hintergrund der Untersuchung ist die Vermutung, dass Amazon kleinere Händler auf seiner Marketplace-Plattform aufgrund ihrer Verkaufsdaten benachteiligt. Amazon sammle beim Betrieb des Marketplace wettbewerbssensible Informationen über Marketplace-Händler, deren Produkte und Transaktionen auf der Plattform. Die Kommission will untersuchen, ob und inwieweit Amazon diese Daten nutzt, um damit den Wettbewerb zu beeinträchtigen.

Konkret geht es dabei um die sogenannte Buy Box, die auf der Amazon-Website neben Produkten gut sichtbar angezeigt wird und über die Kunden die Produkte eines bestimmten Einzelhändlers direkt in ihren Einkaufswagen legen können. Die EU-Kommission will herausfinden, ob Amazon bei der Auswahl, welcher Händler in die Buy Box kommt, auf die gesammelten Daten zurückgreift. Laut der Kommission scheint die Buy Box für Marketplace-Händler entscheidend zu sein, da über diese Anzeige die meisten Transaktionen abgewickelt werden.

Sollte die EU-Kommission bei der kartellrechtlichen Untersuchung auf wettbewerbswidrige Praktiken bei Amazon stoßen, könnte ein Kartellverfahren eröffnet werden, in dessen Rahmen dem Online-Händler hohe Geldbußen drohen. Gegenüber Golem bestätigte das Unternehmen, dass man bei der Untersuchung vollumfänglich mit der Europäischen Kommission kooperieren werde.

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