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ESA twittert über Asteroideneinschlag auf der Erde - das steckt dahinter

02.05.2019 | 13:35 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Auf Twitter sorgten Tweets der Europäischen Weltraumorganisation ESA über einen bevorstehenden Asteroideneinschlag auf der Erde für Panik. Das steckt dahinter.

Wer aktuell der Europäischen Weltraumorganisation ESA auf Twitter folgt, liest Meldungen wie diese: „Es ist das Jahr 2028 und die ESA verfolgt vorsichtig eine beunruhigende Situation: Ein riesiger Asteroid ist dabei, die Erde zu treffen.“ Diese und ähnliche Tweets sorgten für Unruhe unter Twitternutzern. Die ESA sah sich genötigt, klarzustellen, dass es sich nur um ein Testszenario handelt, und fügt jetzt den Hashtag #FICTIONALEVENT bei den Tweets hinzu (teilweise ist in der Simulation auch von 2027 als dem Einschlagsjahr die Rede ). Doch die „Weltuntergangs-Simulation“ auf Twitter hat einen ernsten Hintergrund. 

Denn wie sollen die Menschen auf der Erde reagieren, wenn Astronomen in den Weiten des Alls tatsächlich einen Asteroiden auf Kollisionskurs mit der Erde entdecken? Genau dieses Szenario spielen NASA, ESA und andere Forschungseinrichtungen derzeit durch. Um für den Tag X vorbereitet zu sein. Die NASA fasst ihre Forschungen dazu im Center for Near-Earth Object Studies zusammen. Auf der derzeit laufenden Planetary Defense Conference Exercise diskutieren Weltraumexperten zudem die Abwehr eines potenziell gefährlichen Asteroiden.

Vereinfacht zusammengefasst sieht das Testszenario so aus: Im März 2019 entdecken Astronomen einen Asteroiden von zirka 100 bis 300 Meter Durchmesser, der an der Erde ohne Probleme vorbeifliegt. Bei der Analyse der Flugbahn des Asteroiden stellen die Wissenschaftler aber fest, dass er sich 2027 erneut der Erde nähert. Dann wird er Mutter Erde aber so nah kommen, dass ein 1-prozentiges Risiko besteht, dass er die Erde trifft. Dieses berechnete Risiko erhöhen die Wissenschaftler später auf sogar zehn Prozent. Im weiteren Verlauf der Simulationen springen die Wissenschaftler mit ihren Analysen immer weiter in die Zukunft.

Tatsächlich beobachtet die NASA derzeit rund 20.000 erdnahe Asteroiden. Davon sind um die 900 etwa einen Kilometer im Durchmesser groß. Der Aufschlag eines derart großen Asteroiden auf der Erde würde vermutlich das Erdklima verändern und natürlich riesigen Schaden verursachen beziehungsweise große Teile der Erde zerstören.

Wie aber könnte man einen gefährlichen Asteroiden stoppen? Das derzeit wahrscheinlichste Abwehrszenario: Man startet ein Raumschiff, das den Asteroiden in einem bestimmten Winkel beziehungsweise an einer bestimmten Stelle trifft. Dadurch könnte der todbringende Felsbrocken ein ganz klein wenig von seinem bisherigen Kurs abgelenkt und wohl auch etwas verlangsamt werden. Das sollte ausreichen, damit er letztendlich die Erde verfehlt. Damit diese geringfügige Kurskorrektur in ausreichendem  Maße erfolgt, muss sie aber frühzeitig passieren. Der Asteroid muss also möglichst früh entdeckt und dann muss möglichst bald die Abwehrmaßnahme gestartet werden. Das alles wird in der Simulation durchgespielt.

Die NASA arbeitet bereits an einem derartigen Asteroiden-Abwehrtest unter der Bezeichnung „Double Asteroid Redirect Mission“ (DART). Im Jahr 2022 will die NASA einen kleinen Felsbrocken im All derart rammen lassen.

Derzeit kennen die Astronomen auf der Erde übrigens keinen Asteroiden, der für die Erde tatsächlich gefährlich werden könnte.

Unter Verschwörungs- und Endzeit-Theoretikern haben Asteroideneinschläge seit jeher Hochkonjunktur. Bereits am 23.9.2017 sollte eigentlich ein Asteroid auf der Erde einschlagen. Mehr zu dem damals ausgefallenen Weltuntergang lesen Sie hier: NASA: Darum stieß am 23.9. kein Planet mit der Erde zusammen.

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Im Jahr 2029 kommt der Asteroid Apophis der Erde relativ nahe. Gefahr geht von ihm aber nicht aus.
Vergrößern Im Jahr 2029 kommt der Asteroid Apophis der Erde relativ nahe. Gefahr geht von ihm aber nicht aus.
© jpl.nasa.gov/news/news.php?feature=7390

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