2426668

E-Scooter: Frankreich sperrt Gehwege & deutsche Senioren fordern Verbot

06.05.2019 | 11:00 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Frankreich verbannt E-Scooter von den Gehwegen und deutsche Senioren möchten E-Scooter am liebsten ganz verbieten lassen. Das Thema E-Scooter sorgt für Streit.

Der deutsche Bundesrat entscheidet am 17. Mai 2019 über die vom Bundesverkehrsministerium vorgeschlagene Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung. Darin geht es unter anderem darum, dass E-Scooter mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 12 km/h auch auf Gehwegen fahren dürfen. Diese Freigabe von Gehwegen für langsame E-Scooter ist in der Länderkammer aber höchst umstritten.

Die Gegner der Freigabe bekommen jetzt Rückenwind aus Frankreich. Dort nutzen E-Scooter bisher Gehwege, doch das wird nun verboten, wie Spiegel Online berichtet. Ab September 2019 sollen E-Scooter-Fahrer 135 Euro Strafe zahlen , wenn sie auf Gehwegen erwischt werden. E-Scooter dürfen in Frankreich also nur noch auf Straßen oder Radwegen fahren. Frankreichs Verkehrsministerin Elisabeth Borne bergründet diese Entscheidung mit drastischen Worten: „Fußgänger –(sollen) nicht länger gegen Häuserwände gedrückt werden".

Der Branchenverband Bitkom hat ebenfalls Input für die Diskussion um die Freigabe von Gehwegen für E-Scooter. Angeblich würden laut Bitkom 43 Prozent der 16- bis 64-Jährigen auf private Autofahrten in der Stadt verzichten, wenn es ausreichend E-Scooter gäbe. Bei den Älteren ab 65 sagen das 15 Prozent. Über alle Altersgruppen sind 50 Prozent der Befragten überzeugt, dass E-Scooter ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz wären. 66 Prozent der Bundesbürger zwischen 16 und 64 Jahren sind der Meinung, dass E-Scooter eine gute Ergänzung zu Bus, Straßenbahn oder U-Bahn wären. 62 Prozent fordern, dass E-Scooter in Deutschland möglichst schnell zugelassen werden. Unter den 16- bis 29-Jährigen fordern sogar 71 Prozent, dass E-Scooter möglichst rasch genutzt werden dürfen.

Aber: Menschen ab 65 Jahren sehen vor allem eine Gefahr in dem neuen Fortbewegungsmittel. Diese Altersgruppe plädiert laut Bitkom mehrheitlich für ein Scooter-Verbot. Unter den Senioren halten nur 29 Prozent E-Scooter für eine gute ÖPNV-Ergänzung und gerade einmal 16 Prozent plädieren für eine rasche Zulassung. Zugleich fordern 68 Prozent der Älteren, dass E-Scooter verboten werden sollten, weil sie zu gefährlich seien – unter den 16- bis 64-Jährigen teilen nur 31 Prozent diese Sichtweise. 

60 Prozent der 16- bis 64-Jährigen würden E-Scooter gerne für Wege in der Freizeit nutzen. Unter den Älteren ab 65 sind es nur 13 Prozent. Und auch für den Weg zur Arbeit, zur Schule oder in die Hochschule stoßen E-Scooter auf Interesse. 52 Prozent der 16- bis 64-Jährigen würden dazu einen Roller nutzen. 

Allerdings sehen die Bundesbürger auch Risiken durch eine Verbreitung von E-Rollern, die je nach Modell auch schneller als 20 Stundenkilometer fahren können. So sagen 59 Prozent, dass es durch E-Scooter zu mehr Verkehrsunfällen kommen könnte. Während der Anteil bei den Jüngeren zwischen 16 und 64 Jahren bei 53 Prozent liegt, sind es bei den Älteren ab 65 mit 75 Prozent deutlich mehr. 89 Prozent sprechen sich deshalb für eine Versicherungspflicht aus – hier gibt es kaum Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

Für die Bitkom-Studie wurden 1004 Bundesbürger ab 16 Jahren befragt.

E-Scooter: Widerstand gegen Gehweg-Freigabe wächst

Pedelec,S-Pedelec, E-Bike, E-Scooter, E-Roller: Was ist was?

PC-WELT Marktplatz

2426668