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E-Autos: Diese Wartungsarbeiten können Sie selbst machen

28.06.2022 | 16:28 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Welche Wartungsarbeiten kann man bei Elektroautos als Besitzer noch selbst machen? Und was ist die häufigste Pannenursache bei Stromern? Ein Experte klärt auf.

Die Zeiten, in denen Auto-Besitzer fast nach Lust und Laune an ihren fahrbaren Untersätzen selbst herumschrauben konnten, sind schon lange vorbei. Zu kompliziert sind moderne PKWs, insbesondere die in den Autos verbaute Elektronik und IT setzt den Autobastlern enge Grenzen. Bei Elektroautos stellt sich die Frage, was man als Laie selbst noch am Auto machen kann, wegen des Hochvoltsystems ganz besonders. Rene Kleesattel, E-Mobilitäts-Experte bei der Werkstattkette A.T.U. gibt Tipps.

 

Bordbatterie: auch bei E-Autos verursacht sie die meisten Pannen

„Pannenursache Nummer eins sind auch bei E-Autos entladene oder defekte 12-Volt-Bordbatterien“, so A.T.U. Nach Angaben des ADAC liegt hier der Anteil bei Elektroautos mit 54 Prozent sogar rund acht Prozent höher als bei Fahrzeugen mit konventionellen Antrieben. Die Bordbatterie versorgt beim Elektroauto wie beim herkömmlichen Auto die Bordelektrik: Mit ihr lassen sich beispielsweise Fenster öffnen, Licht oder Infotainmentsysteme in Betrieb nehmen. Zur Vermeidung von Pannen sollte die Leistung der 12-Volt-Batterie also regelmäßig überprüft werden.

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Verbrenner und E-Autos: Wie unterschiedlich ist die Wartung?

E-Autos müssen zwar genauso wie Verbrennerfahrzeuge regelmäßig gewartet werden. Allerdings sind bei einem E-Auto viel weniger wartungsaufwändige Bauteile vorhanden und bestimmte - teure (!) - Arbeiten wie der Ölwechsel (mit den überzogenen Literpreisen der Vertragswerkstätten) entfallen sogar ganz. Auch Zündkerzen, Kupplung, Auspuffanlagen, Turbolader, Zylinderkopfdichtung etc. sucht man bei einem E-Auto vergeblich. Das reduziert den Wartungs- und Reparaturaufwand.

Dennoch haben auch E-Autos Verschleißteile wie Reifen, Bremsen, Scheibenwischer oder die bereits erwähnte 12-Volt-Bordnetzbatterie. Auch das Fahrwerk, die Lager und Naben sowie Leuchten und Scheinwerfer sollten kontrolliert werden.

 

Geringer Bremsenverschleiß

Die Bremsen müssen laut A.T.U. bei E-Autos seltener als bei Verbrennern gewartet werden – das liegt daran, dass diese seltener zum Einsatz kommen: Die Fahrgeschwindigkeit wird bei Stromern nicht nur mechanisch gedrosselt, sondern auch mit dem Elektromotor, der bei diesem Vorgang Energie erzeugt und die Batterie wieder auflädt – auch Bremsrekuperation genannt. Allerdings rosten auch bei E-Autos die Bremsscheiben, also müssen diese kontrolliert werden. Denn durch Korrosion im Zusammenhang mit geringer Beanspruchung können gerade bei E-Autos die Bremsscheiben schneller verschleißen.

Was können Fahrer selbst erledigen?

„Der Elektromotor und das Hochvoltsystem inklusive der Fahrbatterie sind für Laien tabu. Hier dürfen nur Fachleute mit entsprechender Hochvolt-Ausbildung ran“, betont Kleesattel. Einige Arbeiten können Fahrzeughalter allerdings durchaus selbst übernehmen: Sie können zum Beispiel den Reifenwechsel oder das Auffüllen von Flüssigkeiten selbst erledigen.

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