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"Du bist so 1 Pimmel"-Tweet führte zur Hausdurchsuchung

09.09.2021 | 10:45 Uhr | René Resch

Nach dem "Du bist so 1 Pimmel"-Tweet erhielt ein Twitter-Nutzer Besuch von sechs Beamten mit Durchsuchungsbeschluss.

Am 30. Mai hatte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) auf Twitter die feiernde Masse im Hamburger Schanzenviertel kritisiert und mahnte, das man es wohl nicht abwarten könne "dass wir alle wieder in den Lockdown müssen".

Klar, auf so einen Tweet folgen nicht nur positive Reaktionen, wie man sich bereits vorstellen kann. So schrieb etwa der Nutzer "ZooStPauli" unter den Grote-Tweet als Antwort: "Du bist so 1 Pimmel." Dieser Tweet war wohl für Grote Grund genug, die Sache eskalieren zu lassen.

Monate später twitterte der Twitter-User erneut etwas zu dem Thema. Dabei vermeldete er, dass sechs Beamte bei ihm eine Hausdurchsuchung durchgeführt hätten. Die Beamten waren auf der Suche nach dem Gerät, von dem der Beitrag Monate zuvor abgesendet wurde. Dabei stellten die Beamten mehrere elektronische Geräte des Mannes sicher, wie auch der Spiegel berichtet.

Im Netz entfachte daraufhin eine Diskussion über die Verhältnismäßigkeit der Polizeidurchsuchung. Auf Twitter stieg der Hashtag #Pimmelgate in die Deutschland-Trends des Nachrichtendienstes auf. Ein weiterer Hashtag zum Thema: #Pimmelgrote.

Berichten zufolge soll es nach dem Tweet zu einer Strafanzeige gekommen sein, die jedoch nicht vom Innensenator selbst, sondern von einem Polizisten gestellt wurde. Nachdem die Polizei an Grote herangetreten sei, wurde der Strafantrag letztendlich gestellt und die Polizei habe Ermittlungen aufgenommen. In dessen Zuge wurde ein Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des Twitter-Nutzers vom Amtsgericht Hamburg abgesegnet.

Wie der Spiegel berichtet, war Grote im vergangenen Jahr selbst in die Kritik geraten, als er während der Coronapandemie eine Party mit 30 Personen veranstaltete und damit gegen die geltenden Auflagen verstieß.

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