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Diesel-Skandal: Tesla-Chef Elon Musk unterstützt VW-Chef Herbert Diess

26.09.2019 | 16:19 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

VW-Chef Herbert Diess muss wegen der Dieselaffäre vermutlich vor Gericht. Doch ausgerechnet Elektro-Auto-Pionier Elon Musk gibt Diess volle Rückendeckung.

Tesla-Chef Elon Musk gibt VW-Chef Herbert Diess via Twitter Rückendeckung: „Herbert Diess tut mehr als jeder andere große Automobil-Hersteller für die Elektrifizierung… Er hat meine Unterstützung“. Musk nimmt mit seinem Tweet Bezug auf einen Bericht von Bloomberg über Diess, in dem der Wirtschaftsnachrichtendienst trocken feststellt, dass Diess eine Auszeichnung dafür verdient hätte, dass er zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt von BMW zu Volkswagen gewechselt ist.

Bloomberg spielt darauf an, dass der VW-Diesel-Skandal um das Defeat Device nur zwei Monate nach dem Wechsel von Diess auf den Posten des Markenvorstands von Volkswagen PKW bekannt wurde (aber noch nicht auf den Posten des Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG. Diesen Posten als oberster Chef des gesamten VW Gruppe hatte damals noch Matthias Müller inne, der Martin Winterkorn nach dessen Rücktritt infolge der Defeat-Device-Affäre abgelöst hatte). Diess startete bei Volkswagen PKW im Juli 2015. Im September 2015 räumte Volkswagen die Betrügereien um die verbotene Abschalteinrichtung/Prüfzykluserkennung/Defeat Device in seinen Fahrzeugen (inklusive der Tochterunternehmen) ein.

Diess trifft also an der Einführung des Defeat Device in zahlreichen Fahrzeugen der Volkswagengruppe keine Schuld. Doch er muss nun trotzdem den Kopf hinhalten und wird genauso wie sein Vor-Vorgänger Martin Winterkorn und der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch (der anders als Diess schon lange lange bei VW ist und bei Bekanntwerden der Betrügereien der Finanzvorstand von VW war) von der Staatsanwaltschaft angeklagt.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig klagt Winterkorn, Pötsch und eben auch Diess wegen Marktmanipulation an. Zitat: „Den genannten – ehemaligen oder amtierenden - Vorstandsmitgliedern der Volkswagen AG wird vorgeworfen, entgegen der ihnen obliegenden gesetzlichen Pflicht den Kapitalmarkt vorsätzlich zu spät über die aus dem Aufdecken des sogenannten Diesel-Skandals resultierenden erheblichen Zahlungsverpflichtungen des Konzerns in Milliardenhöhe informiert und damit rechtswidrig Einfluss auf den Börsenkurs des Unternehmens genommen zu haben.“ Und weiter: „Die 636 Seiten lange Anklageschrift geht davon aus, dass der Angeschuldigte Dr. Winterkorn spätestens seit Mai 2015, der Angeschuldigte Pötsch seit dem 29.6.2015 und der Angeschuldigte Dr. Diess seit dem 27.7.2015 jeweils vollständige Kenntnis von den Sachverhalten und den daraus sich ergebenden erheblichen Schadensfolgen hatten und jeder für sich ab jenem Zeitpunkt die erforderliche ad-hoc-Mitteilung hätte veranlassen müssen, was nicht geschah.“

Dass Elektro-Auto-Pionier Elon Musk jetzt Diess so deutlich unterstützt, liegt an dem konsequenten E-Auto-Kurs, auf den Diess den Volkswagenkonzern trimmt. Mit dem ID.3 hat VW auf der IAA in Frankfurt sein erstes Elektro-Auto aus der neuen ID-Familie vorgestellt. Porsche wiederum geht mit dem Taycan an den Start und Audi verkauft bereits jetzt den E-Tron.

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