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Die rechtliche Seite: Ipodload will’s wissen

02.02.2005 | 17:02 Uhr |

Korthaus hat die Idee aus den Vereinigten Staaten importiert. Dort gibt es bereits einige Firmen wie Ripdigital oder Hungrypod , die zu Preisen unter einem Dollar je CD das Rippen übernehmen. In Deutschland begibt sich Korthaus mit seiner Firma aber angesichts des novellierten Urheberrechtsgesetzes auf reichlich dünnes Eis. So erklären Vertreter der Musikindustrie, ein solcher Service sei nach § 53 des Urheberrechtsgesetzes unzulässig, da es sich um einen gewerblichen Kopiervorgang handle.

Die Anwälte von Korthaus sehen das freilich anders. Gerade nach $ 53 Abs. 2 Satz 2 sei das Erstellen eines Archives – und um nichts anderes handele es sich beim Rippen – erlaubt. Zwar haben die Gesetzgeber dabei mehr an Bibliotheken gedacht als an Privatleute, was aber der Rechtmäßigkeit des Dienstes keinen Abbruch täte.

„Wir hoffen natürlich, dass die Musikindustrie einsieht, dass wir an dieser Stelle lediglich eine Dienstleistung anbieten, die sogar im Interesse der Industrie sein müsste. Schließlich haben Kunden über Jahre hinweg deren Produkte gekauft und wollen sie jetzt auch auf ihren mobilen Geräten einsetzen. Aber wir können natürlich nicht sicher sein, dass wir nicht verklagt werden“, befürchtet Korthaus, selbst erklärter Gegner von Tauschbörsen und Raubkopien. Er hält zwar die Kampagne „Hart aber gerecht“ in der Ausführung für fragwürdig, inhaltlich aber für richtig und in Ordnung.

Falls es zu einem Rechtsstreit kommt, könnte schnell ein Streitwert von 250.000 Euro und mehr angesetzt werden – und am Streitwert orientieren sich die Verfahrenskosten. Doch der Unternehmer will notfalls durch sämtliche Instanzen bis zum Bundesgerichtshof gehen. „Unsere Anwälte haben mir gesagt, dass so ein Rechtsstreit rund 4 Jahre dauern kann. Aber an diesem Punkt muss Klarheit geschaffen werden – im Interesse der Verbraucher.

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