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Das war passiertDie Entscheidung

10.10.2007 | 12:02 Uhr |

Der Kläger, ein Webseiten-Gestalter hat von seinem Kunden verlangt, dass dieser ihn als Urheber auf dem von ihm erstellten Internetauftritt nennt. Der Kläger erstellte die Website mit Hilfe eines Design-Programms als HTML-Datei und verwendete auf den Webseiten und im Quelltext bestimmte Alltagsbegriffe. Das führte dazu, dass die Site durch die Eingabe dieser Begriffe als Suchworte bei Google über einen längeren Zeitraum an der Spitze der Suchergebnisse stand. In den Webauftritt des Kunden hatte der Kläger einen Hinweis auf die technische Realisierung der Site und damit seiner Urheberschaft eingefügt, was der Kunde entfernte. Der Kläger berief sich auf § 13 UrhG: Der Urheber hat das Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft am Werk. Er kann bestimmen, ob das Werk mit einer Urheberbezeichnung zu versehen und welche Bezeichnung zu verwenden ist.

Verlangen kann er dies allerdings nur dann, wenn die Webseiten tatsächlich dem Urheberschutz unterliegen, also die nötige Schöpfungshöhe erreicht wurde.

Zunächst entschieden die Richter: Einfache HTML-Seiten sind nicht geschützt. Eine eigene Schöpfung durch den Kläger lehnten die Richter auch deshalb ab, weil er die HTML-Seiten mit Hilfe einer Software erstellt hat, bei der man Gestaltungselemente und Funktionen der Webseite per Mausklick wählen kann und der HTML-Generator den Quellcode der Seite dann selbständig generiert.
Urheberrechtlich geschützt ist die Seite aber trotzdem, und zwar als so genanntes Sprachwerk. Damit werden Internetseiten bezeichnet, für die man Meta-Tags verwendet, damit die Seite in den Ergebnislisten der Suchmaschinen an der Spitze aufgeführt wird. Die dafür nötige Auswahl der Suchbegriffe aus der Alltagssprache und deren Einfügung in die Seite stellt eine persönliche geistige Schöpfung gemäß § 2 Absatz 2 Urheberrechtsgesetz (UrhG) dar.

Der Kunde war daher verpflichtet, den Kläger als Urheber auf den von ihm erstellten Seiten zu nennen.

Nicht nur Juristen dürfen sich bei dieser Entscheidung allerdings fragen, inwieweit dies noch mit Urheberrecht zu tun hat...

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