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Diablo 4 im ersten Hands-On-Test

26.11.2019 | 10:18 Uhr |

Diablo 4 wird episch: Mit einer riesigen Shared-World, in der Sie andere Spieler treffen und die Sie hoch zu Ross erkunden. Mit Weltbossen, die an World of Warcraft erinnern. Und doch das gute, alte Diablo-Gefühl versprühen, in sehr edler Grafik und sehr, sehr blutigem Gewand.

Laut pfeift der Wind durch die Gassen dieses Dorfes in den ersten Minuten von Diablo 4. Er lässt Fensterläden zusammenknallen und uns aufschrecken, als die Kamera ihren Weg zu einer kleinen, windschiefen Kirche nimmt. Der Pastor betet noch, doch es hat sich bereits ein Graben gebildet in dem Gebäude – ein Tor zur Hölle. In den Katakomben bahnt sich ein bizarres Schauspiel an, vier Abenteurer kämpfen gegen Mutanten und Monster. Sie finden eine Art Schlüsselanlage, pfählen ihre Hand – ihr Blut öffnet die Pforten, ehe sie einer nach dem anderen aus der Dunkelheit angegriffen werden und verschwinden. Genagelt an Pfeifer, verbinden sich ihre Muskelstränge sowie Blutadern und formen Lilith – Tochter des Mephisto, dem Lord des Hasses.

Blutig metzeln und schnetzeln: Lassen Sie sich nicht davon täuschen, Diablo 4 ist durchaus anspruchsvoll und Zauberkräfte wollen gut getimed werden.
Vergrößern Blutig metzeln und schnetzeln: Lassen Sie sich nicht davon täuschen, Diablo 4 ist durchaus anspruchsvoll und Zauberkräfte wollen gut getimed werden.
© Blizzard

Ein epischer Trailer, der die neue, alte Richtung von Diablo 4 vorgibt. Denn Blizzard will zu seinen Wurzeln zurückkehren, zum brutalen, blutigen Diablo 2, welches sich in seinen Zwischensequenzen mitunter wie ein Horrorspiel anfühlte. Und ja, auch das Gameplay auf der Blizzcon versprüht bereits dieses neue Diablo-Feeling: Verwandeln wir uns als Druide in einen Bären und schlagen mit unseren mächtigen Pranken auf den Feind ein, lassen wir Knochen brechen. Wir crashen in Horden von Mutanten, schleudern sie umher, zermalmen ihre Körper und das ist nicht nur blutig animiert, sondern auch mit Sound-Geräuschen begleitet, die sich ein bisschen eklig, aber ziemlich authentisch anhören. Alles wirkt aufgedreht, laut, aufgeregt – wenn Blitze einschlagen, ist das nicht nur ein Zischen. Es ist mehr wie ein Bombardement, welches den ganzen Bildschirm durchzuckt. 

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Lebendiger, authentischer, brutaler: das neue Diablo-Gefühl

Alles in Diablo 4 ist auf Intensität getrimmt, deshalb bleibt die Kamera recht nah. Instinktiv möchte man sie weiter rausfahren, man fürchtet, etwas verpassen zu können, an strategischer Übersicht einzubüßen. Doch dieses Spiel ist anspruchsvoller und fordert situativeres Handeln als seine Vorgänger-Brüder. Als Druide sind wir kein Barbar, kein Axt schwingender Conan, der das Blut seiner Gegner über das Sixpack laufen lässt und rechts Schwert, links Axt schwingen lassen kann. Der Druide ist mehr ein Magier, wir müssen aufpassen, nicht von Guhlen und anderen Ausgeburten der Hölle umzingelt zu werden. Das fühlt sich gut an, weil fordernd: Sechs Fähigkeiten haben wir, sechs Fähigkeiten brauchen wir bereits in diesem ersten Level. Wir entsenden unsere Wölfe, um besonders starke Gegner länger auf Distanz zu halten und auf dem Weg zu uns, bereits Energie zu rauben. Wir werfen Steine auf Bogenschützen, um sie nach hinten zu werfen.

Wir nutzen das Chaos, um transformiert in einen Bären in ihre Reihen zu crashen. Das ist taktischer als früher, weil wir den Einsatz unserer Spezialeinheiten stark timen müssen. Was zudem spannend am Druiden ist: Wir können selbst nach vorne schnellen, uns blitzschnell in einen Werwolf verwandeln, mit unseren Klauen eher gezielt auf einen Feind einhacken oder um uns schlagen, für maximalen Umgebungsschaden. Und uns im Bruchteil einer Sekunde zurückverwandeln in einen Menschen, unsere Zauber wirken, Wirbelstürme und Blitze entfachen, die den Feind durchzucken, wie ein Skelett aufleuchten lassen, ehe sie zu knöcherner Asche zerfallen. Diese Transformation geht enorm schnell und ist basierend auf speziellen Zauberkräften, die wir klassisch über die Zahlen-Tasten respektive Numpad aktivieren. Spannend und etwas überraschend: Selbst das Kanonenfutter, das Gros der Gegner ist ziemlich groß, in etwa von der Körpergröße so wie wir in Bärenform, was durchaus Respekt einflößt. Sie werfen Speere, greifen mit rotglühenden Schwertern an, feuern Pfeile mit Bögen und Armbrüsten auf uns ab. Es gibt auch Schamanen, die ihre gefallenen Kameraden wieder auferstehen lassen – Sie sehen schon, wie wichtig es ist, Diablo 4 nicht einfach nur als Hack & Slay-Titel zu verstehen, sondern als durchaus taktisches, forderndes Abenteuer.

Fünf Klassen sollt ihr sein, kombinieren euch ganz fein

Ganz schön hässlich die Lady, aber starke Dark-Fantasy-Horror-Atmosphäre: Hier kämpfen wir gegen Merinth, die Königin der Wasserleichen.
Vergrößern Ganz schön hässlich die Lady, aber starke Dark-Fantasy-Horror-Atmosphäre: Hier kämpfen wir gegen Merinth, die Königin der Wasserleichen.
© Blizzard

Sie kennen Diablo oder? Und auch den Koop, das Herzstück dieser Loot getriebenen Abenteuer-Spirale des Metzelns und Taktierens. Fünf Klassen soll es geben, drei hat Blizzard auf der Blizzcon enthüllt: Druiden, Magierin und Barbaren. Den Druiden kennen Sie jetzt, die Magierin ist die Herrin der Elemente Wasser, Feuer und Wind. Sie können übrigens zumindest im Blizzcon-Build jeweils zwischen einer weißhäutigen und farbigen Lady wählen, inwiefern es hier später mehr Möglichkeiten der Individualisierung gibt, muss sich erst noch zeigen – es ist schließlich eine Weltpremiere, und wir reden über Blizzard. Eine Spieleschmiede, die ihre Werke immer erst veröffentlicht, wenn sie perfekt sind. 

Zurück ins Spiel, zurück zur Magierin: Aus unserem Zauberstab schießen wir Eiskristalle, genug für das erste Fußvolk. Auffällig: Die Magierin ist sehr viel agiler als der Druide und weicht elegant Nahkampfangriffen aus, wenn wir das richtige Timing erwischen. Sobald mehr Gegner auftauchen, verwandeln Sie sich in einen Blitz auf zwei Beinen, mit dem Sie jeden grillen können, der sich in den Weg stellt. Es gibt jeweils den Pfad des Feuers, des Eises und den Pfad des Lichts, womit in erster Linie Energie gemeint ist in Form von Blitzen, die brutal in die Mutanten einschlagen und sie förmlich platzen lassen. Generell ist das hier eine enorm blutige Angelegenheit, die Rüstungen unserer Figuren sind über und über besudelt mit dem roten Lebenssaft unserer Gegner, und wir sehen alle aus wie die Hauptdarsteller im nächsten Film von Quentin Tarantino.

Die Kamera ist deutlich näher dran als in Diablo 3, so lassen sich die vernarbten, sehr detailreichen Körper unserer Gegner bewundern.
Vergrößern Die Kamera ist deutlich näher dran als in Diablo 3, so lassen sich die vernarbten, sehr detailreichen Körper unserer Gegner bewundern.
© Blizzard

Im Koop schießt die Magierin aus der zweiten Reihe, in der ersten wirbelt und metzelt der Barbar wie ein Tank, wobei auch der Druide recht offensiv aufgestellt ist mit einigen Distanz-Attacken, etwa dem Werfen von großen Steinen. Spannend an der Magierin ist, dass sie vor allem die mitunter hunderten Gegner auf dem Screen auf Abstand hält – sie kann betäuben oder sie festfrieren mit einem Eissturm, was es unseren Frontlinienkämpfern erlaubt, sich auf die vorderen Reihen zu konzentrieren und erstmal die zu Boden zu schicken, bevor die Nachhut eintrifft. Sie kann aber auch einen Meteor aus dem Himmel einschlagen lassen, was wie ein Bombardement funktioniert – es sorgt für Chaos unter den Armeen der Hölle, sie werden nach hinten geschleudert, was wiederum den anderen die blutige Arbeit erleichtert. Besonders wichtig wird das gegen Zwischenbosse wie Merinth of the Deep, der Drowned Witch, die in der Tat aussieht wie eine übergroße, verdammt hässliche, aufgequollene Wasserleiche. Was übrigens thematisch sehr schön passt, denn dieses ganze Verlies ist sehr auf das Element Wasser ausgelegt. Merinth verfügt über erhebliche Massen an Bodyguards, die die Zauberin auf Distanz halten, während Druide und Barbar ihr den Garaus machen. Reden wir über den Barbaren. 

Auch interessant: Diablo 1 ist jetzt im Browser spielbar

Conan, der Barbar. Der Knochenbrecher

Achten Sie mal auf das wunderschöne Licht-Schattenspiel und die knackig scharfen Texturen in diesem Widescreen-Shot.
Vergrößern Achten Sie mal auf das wunderschöne Licht-Schattenspiel und die knackig scharfen Texturen in diesem Widescreen-Shot.
© Blizzard

Der Barbar ist eine Kampfmaschine sondergleichen: In der rechten Hand eine Axt, die aus einem geschärften Stein an einem Holzschaft besteht – also eher wie bei Arnold Schwarzeneggers Conan, weniger geschmiedet, wie aus dem Mittelalter bekannt. Und einen Hammer in der linken. Alternativ hat er eine mächtige Keule, mit Nägeln verfeinert – die schwingt er mit beiden Händen, trifft er etwa auf Beine, brechen die Knochen. Je nach Winkel werden Gegner auch einfach nach hinten geschleudert. Der Barbar hat eine Sprungattacke, womit er sich direkt in eine Gruppe katapultiert und dann zu einer Art Roundhouse-Kick ausholt, bei dem er seine Waffen in kreisender Bewegung durch die untoten Seemänner schlitzen lässt. 

Besonders gut gefällt uns, dass die Untoten jeweils eine Geschichte zu erzählen haben – Corbach etwa befindet sich nahe einem untergegangenen Fischerdorf. Die Wellen verschluckten die Bewohner, die als untote Seelen hier umherirren. Oft treffen wir auch auf Geister und sehen, was die Bewohner vorher getan haben – als die Nahrung zur Neige ging, ertränkte man die Schwächsten unter ihnen, damit die Stärksten überleben sollten. Es sind viele dieser Geheimnisse und Kleinigkeiten, die die Szenarien lebhafter machen, ihnen Authentizität verleihen. Auch sind wir als Barbar kein emotionsloser Schlächter, sondern wüten hier unten, weil uns eine Mutter darum bittet – ihr Sohn hat Visionen, die sich um einen Kelch drehen und ein Monster, welches hier unten wüten soll. Auch die Synchronstimme unseres Barbaren ist sehr tief und erinnert so an Kratos aus dem letzten God of War – Blizzard weiß, wie man ein Diablo inszeniert.

Shared Worlds, die zu Pferden erkundet werden

Ob wir hoch zu Ross kämpfen können, wissen wir noch nicht. Pferde lassen sich aber mit Panzerungen aufrüsten, wie unser Held selbst.
Vergrößern Ob wir hoch zu Ross kämpfen können, wissen wir noch nicht. Pferde lassen sich aber mit Panzerungen aufrüsten, wie unser Held selbst.
© Blizzard

Von der Struktur seiner Welten ist Diablo 4 fast mehr wie ein Destiny aufgebaut. Natürlich gibt es eine epische Hauptgeschichte, die Jagd auf Lilith – Tochter des Mephisto, dem Lord der Hölle. Aber die Welt an sich ist viel offener und besteht nicht nur aus Zonen, in die wir teleportieren. Selbst auf der Blizzcon gibt es bereits viele Möglichkeiten, sich abseits der Hauptstory zu bewegen: Es gab Klippen zum Abspringen, Mauern zum Klettern, bereits gezeigt, aber noch nicht spielbar waren Mounts – Pferde, die sich mit Rüstungen panzern und für den Kampf, aber natürlich auch die Erkundung nutzen lassen. In Höhlen finden sich überall Spezies und Clans – etwa der Clan der Goatmen. Männer mit Ziegenköpfen, die uns mit Sicheln an den Kragen wollen. Es ist schön, dass selbst diese Sidequests jeweils eine Geschichte erzählen und wir ihnen viele Geheimnisse entlocken können. Auch kreuzen andere Spieler in dieser Shared World – ganz ähnlich wie in Destiny – unsere Wege. Wir können das ignorieren und unser Ding machen oder kooperieren.

Wir können uns gegenseitig helfen, an Weltereignissen teilnehmen, gar einen Weltenboss legen – wie wir das aus einem World of Warcraft kennen. Diablo 4 wird sozialer, aber keine Sorge – Solisten haben genug Möglichkeit, auch alleine loszuziehen. Alles kann, nichts muss. Sie können sich mit Spielern treffen, die Sie unterwegs treffen, mit ihnen Gegenstände tauschen und gemeinsam auf die Jagd nach mehr Loot gehen. Diese Shared World fühlt sich atmosphärischer an, fordernder. Obwohl Sie möglicherweise ein Feld hinter jemand anderem überqueren, der kurz vor Ihrer Ankunft alle Mobs weggewischt hat, können Sie auch auf eine riesige Kreatur stoßen, die Sie alleine einfach nicht mit ihrem aktuellen Level knacken können. Sie können es später nochmal probieren, sobald Sie aufgelevelt haben – ganz wie in einem WoW. Oder sich mit anderen zusammentun, die die gleiche Herausforderung haben, aber auch das gleiche Ziel – die Sucht nach Loot ist es, die den Diablo-Spieler immer wieder in den Schlund der Hölle führt. Diejenigen, die sich entscheiden, über die gemeinsame, offene Welt – Shared World genannt – hinauszugehen, können in verschiedene Dungeons springen, von denen jeder seine eigenen Herausforderungen und seine eigenen Bosse hat. Und wie man sich vorstellen kann, werden die Bosse reichlich Gold und Beute fallen lassen.

Im Kampf gegen den Weltenboss, den Drache Asha können Sie in der Tat die Beine brechen und Flügel stutzen, was ihm die Möglichkeit nimmt, Angriffe von allen Seiten abzuwehren.
Vergrößern Im Kampf gegen den Weltenboss, den Drache Asha können Sie in der Tat die Beine brechen und Flügel stutzen, was ihm die Möglichkeit nimmt, Angriffe von allen Seiten abzuwehren.
© Blizzard

Erstes Fazit

Die Rückkehr des guten, alten Diablo-Gefühls. Diablo 3 war etwas zahmer, etwas bunter. Diablo 4 sieht aus, als wäre es im Schlund der Hölle geboren, mit schrecklich schönem Artdesign, wo Blutfäden einen Eingang bilden und geschickt Stimmung erzeugt wird mit Licht und Schatten. Auch hauen die Zauber mehr rein, wirken brutaler, härter, echter – wenn so ein Blitz einschlägt, macht das nicht nur „Zisch!“, sondern lässt den Boden förmlich beben. Die drei Klassen machen Freude, ergänzen sich gut im Koop, und es ist schön, dass all die unterschiedlichen Fraktionen, auf die wir treffen, eine Geschichte zu erzählen haben – egal ob Ziegenmenschen oder ertrunkene Seemänner, die in ihrem Grab umherirren. Die größte Überraschung indes ist dieser Shared-World-Ansatz. Auf der einen Seite müssen wir uns erst daran gewöhnen, weil viele Spieler plötzlich in Gefilden herumlaufen, die eigentlich als geheimnisvoll und unerforscht gelten. Auf der anderen versprüht das einen Hauch World of Warcraft in Diablo-Gefilde und wird für mehr soziale Interaktion und gemeinsame Kämpfe sorgen – insbesondere gegen ultraharte Weltenbosse, wie Asha, dem Drachen mit Rasierklingen scharfen Flügeln.



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