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Deutscher Online-Schwarzmarkt: "Fraudsters"-Admin festgenommen

04.07.2019 | 15:18 Uhr | René Resch

"Deutschlands Marktplatz für Carding, Hacking, Drogen, Waffen & vieles mehr", damit warb das Schwarzmarkt-Forum über soziale Medien. Einer der "Fraudsters"-Admins konnte nun durch Ermittler festgenommen werden.

Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz - Landeszentralstelle Cybercrime (LZC) und das Dezernat Cybercrime des LKA in Rheinland-Pfalz haben einen der mutmaßlichen Administratoren des einst recht bekannten deutschen Online-Schwarzmarkts „Fraudsters“ festgenommen. Die Ermittlungen wurden dazu schon im Jahre 2017 aufgenommen.

Der 34-jährige stammt aus dem Landkreis Pinneberg, ihm wird unter anderem vorgeworfen, bei der Bildung einer kriminellen Vereinigung mitverantwortlich gewesen zu sein, und der dringende Verdacht der Beihilfe zu Betäubungsmittelstraftaten in über 1700 Fällen, Datenhehlerei, Urkundenfälschung und Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz. Im Rahmen der Ermittlungen gelang es außerdem, den Gründer des Forums zu identifizieren: ein 44-jähriger Deutscher aus Sachsen-Anhalt. Auch gegen ihn besteht der Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Neben der Festnahme durchsuchten die Ermittler auch zwei Wohnungen im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein sowie im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Ein „Underground-Economy-Forum“

Über den selbsternannten „Underground-Marktplatz“ wurden illegale Güter und Waren zum Verkauf angeboten, darunter Betäubungsmittel, gefälschte Medizin oder gefälschte Urkunden oder gestohlene Daten wie Kreditkarten-Informationen. Das Forum zählte 30.000 registrierte Nutzer, gezahlt wurde mit der Kryptowährung Bitcoin.

Die Ermittler beschrieben das Forum folgendermaßen: „Ein „Underground-Economy-Forum“ bietet eine Plattform zum Austausch von Erfahrungen, Hinweisen und Tipps vornehmlich zur Begehung von Straftaten im Internet. Daneben hat es die Funktion nach Art eines schwarzen Brettes, wo Angebote und Gesuche eingestellt werden können. Das Forum „Fraudsters“ bot zusätzlich die Möglichkeit zum Kauf illegaler Waren und Dienstleistungen.“

Das Forum selbst war noch bis April im Darknet erreichbar, „Fraudsters“ konnte jedoch auch über das normale WWW angesteuert werden.

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