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Deutscher Fiskus kassiert bei chinesischen Online-Händlern

27.12.2019 | 14:52 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Das deutsche Finanzamt greift bei chinesischen Online-Händlern durch. Diese zahlen mittlerweile 200 Millionen Euro Umsatzsteuer. 2017 war es erst 34 Millionen Euro.

Die deutschen Finanzbehörden klopfen sich mächtig auf die Schultern: Durch striktes Vorgehen gegen chinesische Steuerbetrüger seien die Umsatzsteuereinnahmen von Onlinehändlern aus China um mehrere 100 Prozent gestiegen. Das berichtet die Wirtschaftswoche.

Das Finanzamt Berlin-Neukölln ist bundesweit für die Eintreibung der Umsatzsteuer von Online-Händlern aus der Volksrepublik China sowie aus Hongkong, Macao und Taiwan zuständig. Konnte dieses Finanzamt im Jahr 2017 nur 34 Millionen Euro an Umsatzsteuer von chinesischen Online-Händlern einnehmen, so sind es 2019 bereits 200 Millionen Euro. Dementsprechend begeistert äußert sich der Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) gegenüber der Wirtschaftswoche: Das sei ein „sensationelles Ergebnis im schwierigen Kampf für mehr Steuerehrlichkeit“.

Der massive Anstieg der Umsatzsteuereinnahmen ist aber nicht etwas das Ergebnis von mehr Steuerehrlichkeit bei den chinesischen Händlern. Sondern die Online-Händler benötigen seit 2019 zwingend eine Steuernummer, wenn sie auf Internetplattformen Waren verkaufen. Das Finanzamt Neukölln meldet deshalb, dass die Zahl der registrierten chinesischen Unternehmen von einst 450 auf mittlerweile fast 29.000 gestiegen sei. Und jede Woche kämen weitere rund 300 Anträge auf Erteilung einer Steuernummer dazu. In der zuständigen Abteilung beim Finanzamt Neukölln arbeiten deshalb jetzt 114 statt der ursprünglich 40 Mitarbeiter.

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