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Deutsche Tesla-Fabrik in Grünheide: Ab 2700 Euro für Ungelernte und Arbeitslose

14.11.2020 | 16:00 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

2700 Euro für Langzeitarbeitslose, 12.000 neue Jobs, Englisch nicht für alle erforderlich - das soll Teslas Gigafactory in Grünheide für Arbeitnehmer bringen.

Die Berliner Zeitung sprach mit Jochem Freyer, dem Leiter der Agentur für Arbeit in Frankfurt (Oder) darüber, wie sich der Bau von Teslas Gigafactory 4 im brandenburgischen Grünheide auf den Arbeitsmarkt der Region auswirken könnte.

Demnach soll Tesla mit Einstellungstermin Juli 2021 7000 bis 8000 Mitarbeiter suchen. Sofern die Fabrik wie geplant weiter ausgebaut werden sollte, könnten 2022 aber sogar 12.000 Menschen dort arbeiten. Über 200 Stellenprofile seien zu besetzen. Die Bundesagentur arbeite laut Dreyer eng mit Tesla zusammen, die Agenturen und Jobcenter würden in ganz Berlin und Brandenburg nach Menschen suchen, die geeignet sind und nach einem neuen Job Ausschau halten. Aber auch in Gegenden, in denen es schon Automobilfertigung und Zulieferbetriebe gebe, würde die Bundesagentur nach geeigneten Kandidaten suchen, deren dortige Jobs vielleicht gefährdet sind.

Tesla sucht laut Freyer Fach- und Führungskräfte sowie Quereinsteiger für Presswerk, Gießerei, Lackiererei, Montage und Qualitätskontrolle. Gerade Letzteres scheint bei Tesla ja mitunter ein Problem zu sein. Außerdem würde Tesla Mitarbeiter für Verwaltung, Personalwesen und Kundenservice suchen.

Neben Ingenieuren mit Hochschulabschluss bekämen auch Quereinsteiger eine Chance, so Freyer. Auch Ungelernte und Langzeitarbeitslose sollen in der Fabrik einen Arbeitsplatz finden. 2700 Euro brutto im Monat soll bei Tesla inklusive Schichtzuschlag der Einstiegslohn für einen Mitarbeiter auf der niedrigsten Entgeltstufe sein - also auch für Langzeitarbeitslose. Wer eine einschlägige abgeschlossene Berufsausbildung besitzt, soll ab rund 3500 Euro starten können. Voraussetzung für alle Bewerber sind aber hohe Belastbarkeit und Teamfähigkeit sowie die Bereitschaft für Schichtarbeit und Samstagsarbeit. Englische Sprachkenntnisse werden bei Führungskräften und Ingenieuren erwartet, bei Produktionsmitarbeitern reicht fließendes Deutsch. Freyer rechnet damit, dass die meisten Mitarbeiter in Berlin und Brandenburg leben werden. Nur eine geringe Anzahl dürfte täglich aus Polen zur Tesla-Fabrik pendeln.

Freyer betont vor allem die Wertigkeit der neuen Jobs. Denn Tesla würde ja nicht nur ein Warenlager oder ein Callcenter errichten, sondern einen Industriebetrieb, in dem zukunftsfähige Technologie gebaut werde.

Doch es geht nicht nur um neue Jobs direkt in der Tesla-Fabrik. In der Regel siedeln sich auch Zulieferer in der Nähe einer großen Automobilfabrik an. Inwieweit das auch bei der Gigafactory 4 der Fall sein wird, bleibt abzuwarten. Denn Tesla habe laut Freyer eine größere Fertigungstiefe als klassische Automobilhersteller. Dementsprechend benötige Tesla weniger Zulieferer. Andererseits wird aber auch über den Aufbau einer Batterieproduktion in Grünheide gesprochen. Dort könnten ebenfalls neue Jobs entstehen.

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