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Deutsche Software-Firma verklagt US-Kriegsmarine wegen 558.466 Raubkopien

25.07.2016 | 13:25 Uhr |

Auf 558.466 Rechnern soll die US Navy Software eines deutschen Unternehmens installiert haben. Illegal. Die Deutschen fordern nun fast 600 Millionen Dollar und klagen vor einem US-Bundesgericht.

Die Bitmanagement Software GmbH ist eine Software-Firma in Oberbayern, gelegen am Starnberger See. Die wackeren Oberbayern verklagen nun die US-Kriegsmarine, wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer Online-Ausgabe berichtet : Wegen Urheberrechtsverletzung in 558.466 Fällen will Bitmanagement vor einem US-Bundesgericht rund 600 Millionen US-Dollar von der amerikanischen Regierung erstreiten, wie aus der Klageschrift hervorgeht. Die US-Seekrieger sind also Raubkopierer.

Konkret lautet der Vorwurf, dass die US-Marine - genauer: das Naval Facilities Engineering Command NAVFAC - die 3D-Software BS Contact Geo von Bitmanagement mindestens 558.466 Mal unerlaubt kopiert und danach verwendet habe. Bitmanagement beschreibt die von der US-Marine benutzte, aber nicht lizenzierte Software folgendermaßen: „Diese Software ist eine stabile und leistungsstarke Visualisierungssoftware für digitale Inhalte aus Geo Informationssystemen (GIS). BS Contact Geo erweitert die BS-Produktpalette durch Abstimmung der Software auf die spezifischen Anforderungen im GIS-Umfeld z.B. durch die Unterstützung spezieller ISO Standardformate wie CityGML und Geo-Knoten“.

Laut Bitmanagement habe die Firma der US-Marine in den Jahren 2011 und 2012 Lizenzen für 38 Kopien der Software ausgestellt, da die Navy das Programm testen wollte. Eine Lizenz kostet 800 Euro. Für diese 38 Lizenzen zahlte die US-Marine.

Bitmanagement selbst habe den eigentlich vorhandenen Kopierschutz abgeschaltet, damit die US-Marine die 3D-Software in ihr System zu Testzwecken integrieren konnte. Bitmanagement betont aber in seiner Klageschrift, dass die US-Marine signalisiert habe, anschließend eine große Zahl Lizenzen für den Einsatz kaufen zu wollen. Doch bevor die Verhandlungen über den Kauf weiterer Lizenzen zu einem erfolgreichen Abschluss kamen, habe die US-Navy bereits illegale Kopien von BS Contact Geo auf weiteren Rechnern – die Rede ist von 558.466 Computern  - installiert. Das habe Bitmanagement im Herbst 2013 durch weitergeleitete Mails erfahren. Bitmanagement forderte daraufhin Nachzahlungen von der US-Marine. Erfolglos. Deshalb verklagt das Unternehmen nun die US-Regierung.

Bitmanagement fordert jetzt pro Lizenz 1067,76 Dollar (knapp 927 Euro), insgesamt über 596.000.000 Dollar, was umgerechnet zirka 542 Millionen Euro sind.

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