140214

Der steinige Weg für RFID-Pioniere

11.03.2005 | 11:45 Uhr |

Der Handel will die RFID-Technik - lieber heute noch als morgen. In der Logistikkette und zur Sicherung wertvoller Gegenstände wie Autos und Pelzmäntel soll sie sich schon jetzt peu à peu verbreiten. Trotzdem wird es noch einige Zeit dauern, bis die Chips auf allen Waren zu finden sind.

Der Grund dafür: Derzeit kommt ein Standard-RFID-Chip auf etwa 15 bis 50 Cent - zu teuer für einen Joghurtbecher. In drei bis vier Jahren sollen bereits 5-Cent-Tags erhältlich sein. Sobald schließlich der Chip-Preis auf unter 1 Cent sinkt, könnten vor allem große Handelsketten wie Metro und Wal Mart den Stein ins Rollen bringen und alle Produkte mit RFID auszeichnen – von der Zeitung bis zum Kaugummi.

Bis dahin bleibt allerdings einiges zu tun, denn noch stehen dem flächendeckenden Einsatz von RFID technische Hindernisse im Weg: Ungeklärt ist derzeit beispielsweise, wie sich metallische Produkte und Getränke mit RFID auszeichnen lassen - beide Materialien stören die Funkübertragung bisher empfindlich.

Unausgereift sind auch die Geräte, mit denen sich RFID-Chips nach dem Einkauf "unschädlich" machen lassen. Der De-Aktivator, den Metro in seinem Future Stores einsetzt, kann bisher nur den frei beschreibbaren Speicherbereich löschen, die eindeutige ID des Chips bleibt. Außerdem arbeitet das Gerät nicht selbständig, der Kunde muss jeden Tag einzeln deaktivieren - man stelle sich vor, wie lange er hier bei einem Einkaufswagen voller Produkte mit RFID-Chips beschäftigt ist. Keine Lösung also, die zur Akzeptanz der RFID-Technik bei Datenschützern und Verbrauchern beitragen könnte. Und ohne die wird die Einführung der RFID-Technik scheitern. Das weiß auch der Handel.

PC-WELT Marktplatz

140214