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Der Download von raubkopierten Filmen, Musikdateien und Software ist strafbar

22.09.2004 | 16:27 Uhr | Birgit Götz


War zunächst nur die Rede davon, nicht alle Kunden, sondern nur die führenden Köpfe zur Rechenschaft zu ziehen, soll jetzt – so Staatsanwalt Thomas Köhler – doch gegen alle Nutzer ein Strafverfahren eingeleitet werden. Zu ermitteln sind die Nutzer leicht. Der Zugriff auf die Daten war sogar Dritten möglich. Beim Internet-Portal www.gulli.com will man ein Datenbank-Backup heruntergeladen haben, das 31232 Datensätze mit Mail-Adressen, Benutzernamen und Passwörtern für den Zugang zu www.ftpwelt.com enthalten hat.

Nutzer, die sich darauf hinausreden wollen, mit dem Download von ftpwelt.com lediglich eine Privatkopie gemäß § 53 Urheberrechtsgesetz gezogen zu haben, haben Pech. Die auf ftpwelt.com angebotenen Dateien waren keine Vervielfältigungen zum privaten Gebrauch – es handelte sich dabei eindeutig um rechtswidrige Vorlagen.

Die Nutzer hätten wissen müssen, dass sie hier auf ein illegales Download-Angebot zugreifen. Wenn man sich nur wenige Tage nach einem Kinostart einen Film herunterladen kann, kann das nicht legal sein. Über www.archive.org und die dort verfügbare Wayback-Funktion lässt sich nachvollziehen, was auf ftpwelt.com verfügbar war. Beispielsweise gibt es dort einen Screenshot der Seite vom 06.02.2004 . Dort wurden nur eine Woche nach einem Kinostart zwei Filme zum Download angeboten. Auch das Argument, dass die Nutzung des Portals durch die Bezahlung legal erschien, zieht nicht. Die niedrigen Preise und die schnelle Verfügbarkeit kurz nach dem Kinostart entsprechen nicht der üblichen Verwertung von Urheberrechten.

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