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DeLorean DMC-12: Forscher bauen autonom driftenden Sportwagen

22.07.2019 | 14:35 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Ein Sportwagen, der in einer brenzligen Situation selbstständig den Entschluss fasst, zu driften. Das ist ein umgebauter DeLorean DMC-12. Der autonome Drifter ersetzt sozusagen Walter Röhrl und dessen Nachfolger.

Die US-Universität Stanford hat ein autonomes Versuchsfahrzeug entwickelt, das selbstständig driften kann. Die Wissenschaftler nahmen einen DeLorean DMC-12 als Basis, ein Sport-Coupé von Anfang der 1980er Jahre, das auch in dem Hollywoodfilm "Zurück in die Zukunft" mitspielte. In diesen automobilen Klassiker aus dem Jahr 1981 packten die Forscher modernste Selbstfahrtechnik. Allerdings mit einem besonderen Schwerpunkt, der bei den sonst von den Automobil-Herstellern kommunizierten Fertigkeiten in Sachen autonomes Fahren nicht gerade im Mittelpunkt steht: Der DeLorean DMC-12 kann selbstständig driften! Das berichtet Spiegel Online. Ganz zeitgemäß treibt das Versuchsfahrzeug nicht mehr der originale V6-Motor an, sondern ein Elektromotor.

Die Wissenschaftler haben ihren autonomen Drifter auf den Namen „Marty“ getauft, also nach der Figur Marty McFly aus "Zurück in die Zukunft". Das „Marty“ steht in diesem Fall aber für „Multiple Actuator Research Test bed for Yaw Control“. Die Forscher um Chris Gerdes, Professor für Maschinenbau an der Stanford Universität, wollen damit das autonome Fahren sicherer machen. Denn autonome Autos sollen in einem Notfall alle denkbaren Manöver durchführen können, um einen Unfall zu vermeiden. Dazu gehören nun einmal auch abrupte Ausweichmanöver, bei denen es zu heftigen Driftbewegungen kommen kann. Das könnte ein Roboterauto schneller und sicherer machen als ein Mensch, der nicht schnell genug reagieren kann und dem der nötige Instinkt oder die Erfahrung für so ein grenzlastiges Manöver fehlt.

Solche extremen Fahrmanöver sollen über die hinausgehen, die herkömmliche Fahrerassistenzsysteme wie ESP bisher ermöglichen. Das ESP bremst gezielt Räder ab oder reduziert die Motorleistung, wenn die Radsensoren erkennen, dass das Auto in eine kritische Situation gerät.

Um einen Unfall zu vermeiden, kann es sinnvoll sein, situationsbedingt auf ein stabiles Fahrverhalten zu verzichten und stattdessen zum Beispiel scharf zu wenden. Derzeitige Fahrerassistenzsysteme beherrschen so ein Verhalten aber nicht. Genau das wollen die Stanford-Forscher aber ändern. Dazu müssen die Wissenschaftler dem Auto aber einprogrammieren, wie es selbstständig die richtige Entscheidung für ein solches riskant aussehendes Verhalten treffen kann: Das Auto muss also entscheiden, wann es driftet und wann es ganz normal abbremst und allenfalls leicht ausweicht. Der autonome Driftmodus ist also keine Showeinlage.

Sicherheit macht Autos schwerer

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