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Datenschutzverstoß: H&M hat Mitarbeiter ausspioniert

27.01.2020 | 14:31 Uhr | Denise Bergert

Gegen die schwedische Modemarke H&M wurde wegen Spionage-Vorwürfen bei den eigenen Mitarbeitern ein Bußgeldverfahren eingeleitet.

Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Prof. Dr. Johannes Caspar hat mit seiner Behörde in der vergangenen Woche ein Bußgeldverfahren gegen das schwedische Modehaus H&M eingeleitet. Das bestätigte die Behörde auf Nachfrage der FAZ .

Bereits im Oktober 2019 geriet H&M ins Visier der Datenschützer. Der Vorwurf: Die Modemarke soll in ihrem H&M Kundenzentrum für Deutschland und Österreich in Nürnberg sensible Mitarbeiter-Daten aufgezeichnet und gespeichert haben. Die Datenschutzbehörde hat in den vergangenen Monaten und Wochen eigenen Aussagen zufolge rund 60 Gigabyte Daten aus diesem Kundenzentrum ausgewertet. Dabei hätten sich die Spitzel-Vorwürfe erhärtet, woraufhin der Datenschutzbeauftragte nun ein Bußgeldverfahren gegen H&M eröffnet hat.

Wie die Behörde gegenüber der FAZ erklärte, hätten Vorgesetzte bei H&M über einen längeren Zeitraum hinweg sensible Daten über ihre Mitarbeiter aufgezeichnet. Diese hätte von Krankheiten bis hin zu Urlaubserlebnissen, sozialen Kontakten oder Todesfällen gereicht. „Das qualitative und quantitative Ausmaß der für die gesamte Leitungsebene des Unternehmens zugänglichen Mitarbeiterdaten zeigt eine umfassende Ausforschung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den letzten Jahren ohne vergleichbares Beispiel ist,“ erklärte Caspar gegenüber der FAZ. 

Die Vorgesetzten hätten nicht nur Vorfälle am Arbeitsplatz protokolliert, sondern auch sensible Details aus persönlichen Gesprächen. Aufgeflogen waren die umfangreichen Spitzel-Akten, als Mitarbeiter im IT-System zufällig auf die ungeschützten Ordner gestoßen waren. H&M erklärte in einer Stellungnahme, dass das Unternehmen den Vorfall aufrichtig bedauere und für die Aufklärung eng mit der Datenschutzbehörde zusammenarbeite.

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