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Daten angeblich zu Forschungszwecken veröffentlicht

07.08.2006 | 16:58 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Die Datei war laut der AOL-Seite, über die sie zum Download angeboten wurde, zu Forschungszwecken gedacht. AOL wies ausdrücklich auf der Downloadseite hin, dass sie nicht für kommerzielle Zwecke genutzt werden dürfe. Zugleich gab es den Hinweis, dass die Suchabfragen der Anwender ungefiltert seien und teilweise sexuellen Inhalt hätten. Die gelisteten AOL-Anwender seien per Zufall ausgewählt worden, heißt es weiter.

Die Datei beweist allerdings, dass AOL alle Suchabfragen inklusive Benutzernamen protokolliert, ansonsten hätte diese Datei nicht in dieser Form und mit diesem brisanten Inhalt veröffentlicht werden können. Die betroffenen Anwender dürften kaum gefragt worden sein. Im Internet kursiert bereits das Gerücht, dass einige Anwender die Daten online stellen wollen, damit jeder im Internet sie betrachten kann, ohne die 450 MB große Datei herunterladen zu müssen.

AOL USA hat sich offiziell noch nicht zu dem Vorfall geäußert. Kritiker werfen AOL vor, unverantwortlich gehandelt zu haben und rufen teilweise bereits zum Boykott der AOL-Suche auf. Sobald uns eine Stellungnahme von AOL Deutschland zu dieser Angelegenheit vorliegt, werden wir diese an dieser Stelle nachreichen.

Update (16:45 Uhr):

Gegenüber der PC-WELT sagte AOL-Deutschland-Sprecher Tobias Riepe, dass keinerlei Daten von deutschen Anwendern in den von AOL USA veröffentlichten Datensätzen enthalten seien. "Die Suchabfragen der eingeloggten deutschen Anwender laufen über andere Server und die Screennames werden hierzulande bei Suchabfragen nicht mitprotokolliert", erklärte Riepe.

Update (8.8, 9:15 Uhr):

AOL USA hat sich für die Veröffentlichung der Daten entschuldigt. Man habe versucht, der akademischen Community neue Forschungstools zu bieten, habe diese aber offensichtlich nicht gründlich überprüft, heißt es in einem vom IT-Dienst Cnet veröffentlichten AOL-Statement. "Es war ein Fehler und wir entschuldigen uns. Wir haben eine interne Untersuchung gestartet, um festzustellen, wie das passieren konnte und um sicherzustellen, dass so etwas nie wieder passiert", erklärt AOL.

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