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Dashcams: Experten warnen vor Billigware

31.10.2019 | 14:51 Uhr | Tillmann Braun

Billige Dashcams sind ihr Geld oft nicht wert, so Experten, und es droht Ärger mit dem Datenschutzgesetz.

Der Bundesgerichtshof hat bereits im Mai 2018 klargestellt, dass permanent und ohne Anlass gemachte Dashcam-Aufnahmen zu Problemen mit dem Datenschutz führen können. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten deshalb Dashcams genutzt werden, die über eine sogenannte Loop-Funktion sowie ausgereifte G-Sensoren verfügen. Denn so werden Aufnahmen nur dann abgespeichert, wenn es zu einem Unfall oder starkem Abbremsen kommt – ganz in Linie mit dem BGH-Urteil.

Zum anderen haben billige Dashcams oftmals gravierende Schwachstellen. „Bei Kameras unter 100 Euro ist Vorsicht geboten“, mahnt Nic Bugus von dashcamtest.de . „Vor allem nachts und bei schlechten Sichtverhältnissen liefern billige Dashcams häufig nur unbrauchbare Aufnahmen, so dass die Geräte letztlich ihren Zweck nicht erfüllen. Zudem halten einige Geräte im Sommer den extremen Temperaturen hinter der Windschutzscheibe nicht stand“, sagt der Experte.

Bei Billigware seien einige Bauteile wie die Akkus oder auch Kondensatoren außerdem nicht in der Lage, bei einem plötzlichen Ausfall der Stromversorgung etwa aufgrund eines Unfalls die wichtigen Aufnahmen noch rechtzeitig so abzuspeichern, dass diese verwertbar sind. „In manchen Fällen wird die Halterung der Dashcam sogar zu einem Geschoss, das durchs Auto fliegt, wenn es zu einem Aufprall kommt“, gibt Nic Bugus zu bedenken. „Bevor man sich eine billige Dashcam kauft, sollte man sie lieber weglassen“, lautet deshalb sein Rat.

Versicherungs-Rabatt für Dashcam-Nutzer

So erklärt sich dann auch, wieso das Versicherungsunternehmen die Bayerische eine Partnerschaft mit dem britischen Hersteller Nextbase eingegangen ist. Vor allem in Großbritannien sind die Geräte des europäischen Marktführers bereits in Hundertausenden von Autos im Einsatz und somit im Alltag erprobt. Im Gegensatz zu Deutschland bieten in Großbritannien bereits mehrere Versicherungsunternehmen Sonderkonditionen für Dashcam-Nutzer an.

In Deutschland ist die Bayerische derzeit das einzige Unternehmen mit einem solchen Angebot und gerade in der Erprobungsphase. Seit dem 1. Oktober erhalten Neu- und Bestandskunden der Versicherungsgruppe einen Nachlass von bis zu 15 Prozent auf ihre Kfz-Versicherung, wenn sie den Besitz einer Dashcam nachweisen können. Darüber hinaus bekommen Kunden einen Rabatt von fünf Prozent beim Kauf einer Dashcam von Nextbase, wenn diese bei der Media-Saturn-Holding (Media Markt und Saturn) bzw. A.T.U. gekauft werden.
 
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