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Das sagt Samsung zu den Problemen

07.09.2010 | 16:08 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Kies wiederum steht nicht für alle Betriebssysteme zur Verfügung. Samsung stellt nämlich nur eine Windows-Version von Kies bereit. MacOS- und Linux-Anwender können Kies somit überhaupt nicht installieren (außer vielleicht in einer virtuellen Maschine, in der Windows läuft) und dementsprechend auch nicht ihr Samsung Galaxy S auf Android 2.2 aktualisieren.

Das Samsung Galaxy S hat einen schnellen Prozessor und ein Top-Display, die Haptik ist allerdings umstritten
Vergrößern Das Samsung Galaxy S hat einen schnellen Prozessor und ein Top-Display, die Haptik ist allerdings umstritten
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Nun kann man natürlich unterstellen, dass MacOS-Nutzer ohnehin lieber ein iPhone verwenden und deshalb Kies für sie völlig überflüssig ist. Aber zumindest Besitzer eines Linux-PCs darf man ruhigen Gewissens dem Android-Lager zuweisen. Umso ärgerlicher erscheint dann die Bindung an eine Software, die einen Windows-Rechner voraussetzt. Darüber hinaus dürften es viele PC-Besitzer zu schätzen wissen, wenn sie ihr Android-Smartphone ganz unkompliziert via USB-Kabel mit dem Rechner als Massenspeicher verbinden können, ohne dafür eigenes eine Software wie Kies installieren zu müssen, die doch sehr an Apple iTunes erinnert.

Ein Windows-PC als Voraussetzung für Kies und damit für das Android-2.2-Update ist aber nicht die einzige Einschränkung: Kies stürzt nämlich unter Windows 7 mit 64 Bit ab, wie uns Samsung mitteilte . Somit muss Samsung erst ein Bugfix-Release für Kies unter Windows 7 64 Bit bereitstellen, damit man dann von einem Windows-7-PC aus Android 2.2 auf das Galaxy S überspielen kann.

Somit häufen sich beim Samsung Galaxy S die Kritikpunkte: Standardmäßig wird das Smartphone vom PC nicht als Massenspeicher erkannt (man muss erst eine Änderung im Einstellungsmenü vornehmen), Samsung versucht stattdessen den User dazu zu bewegen, Kies auf seinem PC zu installieren. Kies wiederum bringt 64-Bit-Windows-7-Systeme zum Absturz und jetzt wird das Update auf Android 2.2 an das Vorhandensein von Kies auf einem Rechner geknüpft.

Dass es auch anders geht, beweist die Konkurrenz: Andere Android-Smartphones lassen sich in der Regel standardmäßig an den PC als Massenspeicher anschließen, ohne dass man etwas umstellen oder eine spezielle Software installieren muss. Und das Android-Update lässt sich problemlos direkt vom Server des Herstellers auf das Smartphone ziehen und dort direkt ausführen, wie es beispielsweise im Test der PC-WELT beim Motorola Milestone beim Update von 2.0.1 auf 2.1 und beim HTC Desire von 2.1 auf 2.2 war.

Update 7.9., 15.45 Uhr: Samsung bestätigte auf Nachfrage der PC-WELT die oben genannten Einschränkungen. Linux- und MacOS-Nutzer werden das Update auf Android 2.2 in der Tat nicht aufspielen können, weil Kies definitiv nur für Windows zur Verfügung steht. Samsung weist daraufhin, dass die Systemvoraussetzungen für das Samsung Galaxy S und Kies ausdrücklich auf der Verkaufsverpackung stehen würden. Der Käufer eines Samsung Galaxy S weiß also vor dem Kauf, dass Kies nicht auf Linux-Rechnern und Macs läuft.

Samsung bestätigte zudem, dass Kies nach wie vor unter Windows 7 64 Bit nicht läuft. Samsung arbeite intensiv an deinem Bugfix und sei optimistisch, dass sich der Fehler durch ein Update für Kies beheben lasse.

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