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Das Wort des Jahres 2016 ist... postfaktisch

09.12.2016 | 15:37 Uhr |

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat das Wort "postfaktisch" zum Wort des jahres 2016 gewählt. Die Gründe.

Eine Jury hatte kürzlich "Fly sein" zum Jugendwort 2016 gewählt. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat nun am Freitag das Wort des Jahres 2016 verkündet: Gewählt wurde das Wort: Postfaktisch. Gewählt wurde das Wort von einer Jury, die sich aus dem Hauptvorstand der Gesellschaft sowie den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammensetzt.

Insgesamt standen über 2.000 Worte und Wendungen zur Wahl, die den öffentlichen Diskurs des Jahres wesentlich geprägt und das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben sprachlich in besonderer Weise begleitet haben. Aus dieser großen Anzahl wurden dann schließlich das Wort des Jahres und neun weitere Wörter ausgewählt.

"Nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks, sondern seine Signifikanz bzw. Popularität stehen bei der Wahl im Vordergrund", betont die Gesellschaft für deutsche Sprache. Und weiter: "Auf diese Weise stellen die Wörter eine sprachliche Jahreschronik dar, sind dabei jedoch mit keinerlei Wertung oder Empfehlung verbunden."

Postfaktisch konnte sich dabei gegen das Wort Brexit durchsetzen. Mit der Entscheidung wolle man "das Augenmerk auf einen tiefgreifenden politischen Wandel" lenken. "Das Kunstwort postfaktisch , eine Lehnübertragung des amerikanisch-englischen post truth , verweist darauf, dass es in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen heute zunehmend um Emotionen anstelle von Fakten geht", begründet die GfdS ihre Wahl. Eine immer größere Anzahl an Menschen seien in ihrem Widerwillen gegen "die da oben" bereit, Tatsachen zu ignorieren und Lügen zu akzeptieren. Im "postfaktischen" Zeitalter spiele damit oft die gefühlte Wahrheit eine größere Rolle als die Wahrheit.

Den zweiten Platz bei der Wahl des Jahres 2016 belegt Brexit, eine Wortkreuzung aus den Begriffen Britain und Exit. Auf den weiteren Plätzen folgen: Silvesternacht, Schmähkritik, Trump-Effekt, Social Bots, schlechtes Blut, Gruselclown, Burkiniverbot und "Oh, wie schön ist Panama".

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