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Dank Corona: Autos ohne TÜV bleiben länger bußgeldfrei

07.04.2020 | 10:39 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Autos und Motorräder können länger mit abgelaufener TÜV-Plakette herumfahren, ohne dass ein Bußgeld fällig wird. Wegen der Coronakrise.

Die Ausgangsbeschränkungen beziehungsweise Kontaktverbote wegen der Coronakrise erschweren auch die Wartung von Fahrzeugen. Damit Auto-Besitzer wegen überzogener TÜV-Termine keine Probleme bekommen, hat das Bundesverkehrsministerium vorgeschlagen, dass Fahrzeuge länger als bisher üblich mit abgelaufener TÜV-Plakette fahren dürfen, ohne dass der Halter dafür bestraft wird.

Das geht beispielsweise aus einer Mitteilung des TÜV Süd hervor. Demnach habe das Bundesverkehrsministerium den Bundesländern empfohlen, die Frist für die Nichtahndung bei der Überschreitung des TÜV-Termins zu verlängern. Konkret bedeutet das: Der Halter eines Fahrzeugs darf den fällig TÜV-Termin jetzt ausnahmsweise um bis zu vier Monate überschreiten, ohne dass ihm eine kontrollierende Polizeistreife dafür einen Strafzettel aufbrummt. Normalerweise ist die Bußgeld-freie Frist nur zwei Monate lang.

Besteht ein Fahrzeug die TÜV-Abnahme nicht und muss nach durchgeführter Reparatur erneut vorgeführt werden, so soll die Frist für diese Wiedervorführung zur Nachuntersuchung ebenfalls verlängert werden. Normalerweise hat der Fahrzeughalter für die Wiedervorführung einen Monat Zeit, jetzt sollen es „dank Corona“ zwei Monate sein.

An den Gebühren ändert sich aber nichts. So kostet die TÜV-Abnahme für ein Fahrzeug, bei dem der TÜV bereits seit zwei Monaten abgelaufen ist, wie gehabt mehr als bei einem Fahrzeug, das noch innerhalb der TÜV-Gültigkeit zur Prüfung vorgeführt wurde. Und auch die Gebühr für die Wiedervorführung bleibt unverändert.

Mit seiner Empfehlung trägt das Bundesverkehrsministerium der Tatsache Rechnung, dass derzeit wegen des Social Distancing die TÜV-Abnahmestellen (damit sich auch andere Prüforganisationen wie zum Beispiel Dekra oder KÜS gemeint) weniger Kundenaufträge abarbeiten können, als es gewöhnlich der Fall ist. Das Bundesverkehrsministerium kann hierzu aber nur eine Empfehlung abgeben, weil die Überwachung der Prüfung Ländersache ist. Für Fahrzeughalter bedeutet das: Erkundigen Sie sich bei Ihrer zuständigen TÜV-Stelle, ob die verlängerten Fristen auch in Ihrem Bundesland gelten.

Wichtig: Trotz der großzügigeren Auslegung der Überziehungsfristen für die TÜV-Termine müssen Auto-Halter auf die Verkehrssicherheit ihrer Fahrzeuge achten. Andernfalls könnte der Versicherungsschutz gefährdet sein, wenn ein Unfall geschieht, der durch einen Mangel am Auto verursacht wurde, der bei einer TÜV-Prüfung erkannt worden wäre.

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