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Daimler: Rückruf droht wegen Manipulationsverdacht und Stellenabbau

01.12.2019 | 11:25 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Das Kraftfahrt-Bundesamt untersucht erneut Daimler-Fahrzeuge wegen des Verdachts auf eine illegale Abschaltvorrichtung. Daimler will zudem 10.000 Stellen abbauen.

Daimler sieht sich erneut mit dem Vorwurf konfrontiert, dass das Unternehmen in einen Teil seiner Fahrzeuge eine verbotene Abschaltvorrichtung eingebaut hat. Das berichtet Spiegel Online. Demnach habe Daimler dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zwei weitere Abschalteinrichtungen in der Abgassteuerung gemeldet. Betroffen sind Dieselmotoren, die Daimler von Renault gekauft hat und in Modellen wie der A- und B-Klasse verbaut hat (Renault und Daimler arbeiten schon länger eng zusammen, nicht nur bei Motoren. So liefert Renault beispielsweise das Fahrzeug, das Mercedes-Benz modifiziert als Citan verkauft – und das seinerzeit beim Crash-Test patzte ).

Die neuen Untersuchungen könnten einen weiteren amtlich angeordneten Rückruf zur Folge haben. Daimler bestreitet laut Spiegel Online allerdings gegen Gesetze verstoßen zu haben. Derzeit läuft noch die Untersuchung durch das KBA.

Dieser Rückruf käme dann zu den bereits angeordneten Maßnahmen dazu. Laut Spiegel Online musste Daimler bisher schon rund 4,5 Millionen Fahrzeuge (Diesel mit den Schadstoffklassen Euro 5 und 6) wegen Abgasmanipulationen zurückrufen. Für 1,3 Millionen davon gab es eine amtliche Anordnung für den Rückruf.

Doch das ist nicht die einzige Hiobs-Botschaft für den schwäbischen Automobilhersteller. Wie das Manager Magazin berichtet , wird Daimler Tausende Stellen abbauen. Weltweit sollen mindestens 10.000 Mitarbeiter aus der Verwaltung und produktionsnahen Bereichen ausscheiden. Dadurch will Daimler in den nächsten drei Jahren rund 1,4 Milliarden Euro sparen. Das soll im Idealfall ohne Entlassungen über die Bühne gehen. Daimler will den Stellenabbau durch natürlich Fluktuation, Altersteilzeit und Abfindungsprogramme erreichen.

Letzte Woche hatte bereits Audi einen umfangreichen Stellenabbau angekündigt. Auch diverse Automobil-Zulieferer wie zum Beispiel Bosch müssen die Zahl der Arbeitsplätze in ihrem Unternehmen reduzieren.

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