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DAB+ wächst und wächst - Programmvielfalt steigt

07.09.2020 | 12:00 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Die Verbreitung von DAB+ wächst in Deutschland weiter stark. Ab Oktober erhöht sich auch die bundesweit verfügbare Sender-Vielfalt.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der in Deutschland genutzten DAB+ Radios um 14 Prozent erhöht. Das geht aus dem Digitalisierungsbericht 2020 der Medienanstalten hervor, dessen Ergebnisse am Montag veröffentlicht wurden. Knapp ein Viertel der Bevölkerung kann mittlerweile DAB+ Radioprogramme hören. Die Zahl der Geräte in Haushalten wuchs von rund 9 Millionen im Jahr 2019 auf 10 Millionen in diesem Jahr. Parallel dazu sinkt die Anzahl der UKW-Radios.

DAB+-Überblick: Das Digitalradio in Deutschlands Bundesländer

Vor allem in Bayern sind die DAB+ Radios mit 31 Prozent aller Haushalte besonders weit verbreitet. Bei 29 Prozent liegt der Anteil der DAB+ Radios in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Konkreter in Zahlen: In Bayern und Nordrhein-Westfalen, den beiden bevölkerungsreichsten Bundesländern, gibt es fast zwei Millionen Haushalte mit DAB+. In Baden-Württemberg etwa 1 Million Haushalte mit DAB+-Empfangsgeräten.

Den größten relativen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr gab es in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit einem Plus von 20 Prozent. In Berlin-Brandburg erhöhte sich die Zahl der DAB+ Haushalte um 14 Prozent und in Rheinland-Pfalz und im Saarland um jeweils 13 Prozent. In Niedersachsen war die Verbreitung von DAB+ in der Vergangenheit eher gering, im Vergleich zum Vorjahr gab es aber auch hier einen Zuwachs von immerhin 10 Prozent, wodurch DAB+ nun in etwas ein Viertel aller Haushalte in Niedersachsen vertreten ist.

DAB+ in Europa: Hier können Sie digitales Radio empfangen

Digitalradiopflicht gilt ab dem 21. Dezember 2020

Die Zahl der DAB+ Radios die für Autos und Haushalte verkauft wurden, erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 2 Millionen Geräte. Damit sind in Deutschland nunmehr knapp 17 Millionen DAB+ Radios im Einsatz.

Diese Zahl dürfte sich in den kommenden 12 Monaten nochmals deutlich erhöhen, denn ab dem 21. Dezember 2020 gilt für Autos und handelsübliche Radios eine Digitalradiopflicht. Was diese Frist für Verbraucher bedeutet, erklärt das Digitalradio Büro Deutschland in der FAQ unter www.dabplus.de/tkg .

Blick auf die Gesamt-Digitalisierungsquote

In Deutschland können mittlerweile etwa zwei Drittel der Bevölkerung mit mindestens einem Gerät im Haushalt digitales Radio empfangen. Diese Digitalisierungsquote liegt bei 25,3 Prozent DAB+ und 44,8 Prozent Webradio (hier meist über das Smartphone). In Summe ergibt sich eine Digitalisierungsquote von 54,6 Prozent in 2020 im Vergleich zu 50,1 Prozent in 2019.

Die Digitalisierungsquote läge sogar bei 63 Prozent, wenn man noch den digitalen Radioempfang über Satellit und digitales Kabel hinzurechnen würde. Der Anteil der hybriden Radiogeräte (können DAB+ und IP empfangen) liegt dagegen bei nur 2,4 Prozent Marktanteil, spielt also in Haushalten keine so große Rolle.

Keinen Wachstum gab es auch bei der Nutzung von Smart Speakern zum Hören von digitalem Radio. Der Anteil lag nur 6 Prozent und stagniert damit im Vergleich zum Vorjahr (2019: ebenfalls 6%).

DAB+ während der Corona-Krise

Während der Corona-Pandemie blieben viele Menschen daheim und schränkten ihre sozialen Kontakte stark ein. Das machte sich auch bei den Verkaufszahlen von DAB+-Geräten bemerkbar: Sie brachen im März und April stark ein.

Der Aufschwung kam dann im Mai, als die Geschäfte wieder öffneten: Seit Mai werden monatlich deutlich mehr DAB+ Geräte als im Vorjahr verkauft.

Ab Oktober 2020 steigt die nationale DAB+-Programmvielfalt

Ein weiteres Wachstum bei DAB+ wird auch mit dem Start der zweiten bundesweiten DAB+ Plattform (auch zweiter Bundesmux) genannt, erwartet. Ab Oktober und bis zum Jahresende 2020 werden 16 weitere bundesweit hörbare DAB+ Programme verfügbar sein. Dadurch steigt die Anzahl der bundesweit empfangbaren Programme dann bis Ende 2020 auf insgesamt 29, denn über das erste nationale Programm-Bouquet sind bereits 13 Programme national verfügbar.

Zum Start wird es ab Oktober wohl zunächst 12 bis 14 neue DAB+-Radioprogramme von privaten Anbietern geben, die bundesweit empfangbar sein werden. Darunter Radioprogramme von RTL, Antenne Bayern, Rockantenne und spezielle Sender für Auto-Fans und Handwerker. Mit dem zweiten Bundesmux ist damit auch RTL im DAB+ Programmangebot vertreten und plant entsprechend große Werbemaßnahmen, um darauf hinzuweisen.

Neben den bundesweit verfügbarem DAB+ Programmen gibt es noch über 260 Radioprogramme, die regional unterschiedlich in Deutschland empfangbar sind, darunter 65 exklusive DAB+ Programme.

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