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Cyberkriminelle wollen Watch Dogs: Legion veröffentlichen

16.10.2020 | 15:44 Uhr | Denise Bergert

Publisher Ubisoft und Entwickler Crytek sind angeblich einer Ransomware-Attacke zum Opfer gefallen. Die Erpresser drohen mit der Veröffentlichung von "Watch Dogs: Legion".

Die Hacker-Gruppe Egregor hat in dieser Woche Daten geleakt, die das Kollektiv angeblich von den Servern des Spiele-Publishers Ubisoft sowie des Spieleentwicklers Crytek erbeutet hat. Wie genau Egregor an diese Daten gelangen konnte, ist noch unklar. Sogenannte Ransomware-Gangs gehen jedoch meist ähnlich vor. Sie infiltrieren die Server von Unternehmen, verschlüsseln deren Daten und verlangen ein Lösegeld. Leaks wie in dieser Woche werden meist vorgenommen, wenn die Verhandlungen ins Stocken geraten. Mit diesem Schritt wollen die Hacker unterstreichen, wie ernst es ihnen ist.

In dieser Woche leakte Egregor mehrere Dateien von Ubisoft und Crytek mit der Drohung, in den nächsten Tagen weiteres Material veröffentlichen zu wollen. Egregor behauptet, dass es sich bei den Ubisoft-Dateien um den Quellcode des Actionspiels "Watch Dogs: Legion" handelt. Diese Behauptung konnte jedoch noch nicht bestätigt werden, da nicht erkennbar ist, ob der Code aus einem alten oder einem neuen "Watch-Dogs"-Spiel stammt.

Während aus den Ubisoft-Dateien nur 20 Megabyte veröffentlicht wurden, trifft es Entwickler Crytek mit 300 Megabyte härter. Hier finden sich Dokumente über die Entwicklung von "Arena of Fate" und "Warface" sowie aus dem Gaming-Netzwerk Gface. Weder Ubisoft noch Crytek haben bislang auf Nachfragen nach der möglichen Ransomware-Attacke reagiert. Beide Unternehmen meldeten in den letzten Wochen weder Sicherheitsprobleme noch Server-Abstürze. Möglicherweise konnten sich die Hacker durch Phishing-Attacken auf die Mitarbeiter Zugang zu den Servern und internen Netzwerken verschaffen. 

Dem Magazin ZDNet ist es gelungen, ein E-Mail-Interview mit Egregor zu führen, wo die Gruppe weitere Details zu den Angriffen verriet. So hätten die Mitglieder von Ubisoft lediglich Daten wie den Quellcode von "Watch Dogs: Legion" gestohlen, verschlüsselt habe Egregor die Server des Unternehmen jedoch nicht. Crytek sei hingegen komplett verschlüsselt worden. Egregor selbst habe noch keinen Kontakt zu den Firmen aufgenommen. Die Gruppe warte auf den Kontakt seitens Crytek und Ubisoft. Erfolge dieser nicht und werde kein Lösegeld ausgehandelt und gezahlt, wolle die Gruppe unter anderem den Quellcode von "Watch Dogs: Legion" leaken. Weitere Details zu den Angriffen und den Forderungen von Ubisoft und Crytek will Egregor am Wochenende in einer Pressemitteilung veröffentlichen.

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