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Cyberkriminelle knacken Geldautomaten mit Malware

15.10.2019 | 14:59 Uhr | Michael Söldner

Beim sogenannten Jackpotting nutzen Täter Schadsoftware, um sich an Geldautomaten zu bereichern.

Die Polizei stellt vermehrt Angriffe auf Geldautomaten mittels Malware fest. Bei diesen „Jackpotting“ genannten Attacken versuchen die Angreifer, Schadsoftware auf dem Geldautomaten aufzuspielen und auf diese Weise den Ausgabeschacht (Dispenser) zur Ausgabe von Bargeld zu bewegen. Aktuell ermittelt allein die Staatsanwaltschaft in Nordrhein-Westfalen in zehn Fällen. Die Schadenssumme fällt mit über 1,4 Millionen Euro sehr hoch aus. Als Täter wird eine Gruppe vermutet, die professionell vorgeht. In einem russischen Video wird ersichtlich, wie die Schadsoftware auf einen Automaten des Herstellers Diebold-Nixdorf aufgespielt wird. Als Ergebnis befördern die Walzen das Geld in den Ausgabeschacht.

Der Hersteller kennt die Methode bereits, sie würde sich auch gegen andere Hersteller richten. Schon 2018 wurden immer mehr Fälle bekannt, allein in Berlin gab es 36 Angriffe mit mehreren Hunderttausend Euro Schaden. Auch in den USA, Lateinamerika oder Südostasien seien immer mehr Fälle von Jackpotting zu verzeichnen. Oft bleibt für die Kriminellen der Erfolg aber auch aus. In Bayern gab es im vergangenen Jahr sechs Vorfälle, bei denen die Angreifer kein Geld erbeuten konnte. Die Methode dürfte aber auch weiterhin genutzt werden. Ein Schutz hiervor erfordert von den Betreibern regelmäßige Updates, verschlüsselte Datenübertragungen und eine wirksame Methode, um den Anschluss von USB-Geräten zu verhindern.

Geldautomaten halten Angreifern nur 15 Minuten stand

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