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Cybergangster greifen gezielt Paket-Empfänger an

02.05.2020 | 08:30 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Cybergangster nehmen gezielt Empfänger von Paketlieferungen ins Visier. So läuft die Masche.

Das russische Sicherheitsunternehmen Kaspersky warnt vor Cyberangriffen auf Internetnutzer, die Paketlieferungen erwarten. Denn die Experten von Kaspersky hätten eine Reihe von Spam- und Phishing-Angriffen entdeckt, die explizit auf Nutzer zielen, die eine Paketzustellung erwarten.

Die Betrüger würden sich in den E-Mails häufig als Mitarbeiter eines Zustelldienstes ausgeben und behaupten, ein Paket sei angekommen, für dessen Erhalt das potenzielle Opfer allerdings die Informationen in einer angehängten Datei lesen oder bestätigen müsse. Sobald das Opfer den Anhang öffne, würde jedoch Malware auf den Computer oder das Smartphone heruntergeladen.
Diese Malware wiederum platziert beispielsweise eine Backdoor namens Remcos auf dem Gerät, die dieses in einen Bot verwandeln, Daten stehlen oder zusätzliche Malware herunterladen kann.

Ein Beispiel für eine derartige betrügerische Mail.
Vergrößern Ein Beispiel für eine derartige betrügerische Mail.
© Kaspersky

Kaspersky warnt außerdem davor, dass Cybergangster glaubwürdig erscheinende Kopien von Webseiten beliebter Zustelldienste erstellt haben, um Zugangsdaten für Konten abzuschöpfen. Potenzielle Opfer würden aufgefordert, ihre Daten wie Mail-Adresse und Passwort auf der Fake-Website einzugeben, um den Verlauf ihrer Pakete zu verfolgen.

Tatyana Shcherbakova, Senior Web Content Analyst bei Kaspersky: „Da Menschen regelmäßig Benachrichtigungen über Lieferverzögerungen oder Artikelengpässe erhalten…verspricht diese Art von Betrug eine hohe Erfolgschance. Auch wenn jeder seine Bestellungen möglichst schnell erhalten möchte, ist es wichtig, stets sorgfältig zu prüfen, woher diese E-Mails stammen, und sicherzustellen, dass die Adresse der Webseite korrekt ist.“

Kaspersky rät zu folgenden Sicherheitsmaßnahmen:

  • Absenderadresse genau prüfen: Wenn sie von einem kostenlosen E-Mail-Dienst stammt oder bedeutungslose Zeichen enthält, handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Fake.

  • Auf den Text achten: Bekannte Unternehmen versenden keine E-Mails mit unprofessioneller Formatierung oder schlechter Grammatik.

  • Keine Anhänge öffnen und nicht unbedacht auf Links in E-Mails von Zustelldiensten klicken, insbesondere wenn der Absender darauf besteht. Es ist besser, direkt auf die offizielle Website zu gehen und sich von dort aus im persönlichen Konto anzumelden.

Auf Windowsrechnern sollte zudem immer ein Virenscanner mit aktuellen Virensignaturen installiert sein.

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