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Cybercrime: Die Hälfte der Fälle nicht aufgeklärt

04.03.2019 | 09:58 Uhr | Peter Müller

"Das Böse ist immer und überall" – Aber was passiert nach dem Cyber-Überfall, was sind die Probleme bei der Strafverfolgung?

Wir geben's ja zu - wir sind nicht ganz unschuldig daran, dass die  Initiative Nachrichtenaufklärung e.V. auf ihrem Blog derblindefleck.de das Thema "Polizeiliche Hürden bei der Ermittlung von Cyber-Kriminalität" als das neunte Thema in den Top Ten der vergessenen Nachrichten listet. Zu unserer Verteidigung sei aber wenigstens angemerkt, dass wir brav über Sicherheitsrisiken und Schutzmaßnahmen dagegen berichten.

Doch worauf die Non-Profit-Organisation hinweist: Kaum jemand schreibt dann darüber, was passiert, wenn alle Vorsicht vergebens war und man Opfer von Cyberkriminellen wurde. Denn die Ermittlungen verlaufen gerne im Sande, so lange, bis die Vergehen verjährt sind. Das Problem scheint vielschichtig, den Polizeibehörden fehlt es an technischer Ausstattung und nicht zuletzt an Kompetenz, sprich: an geschultem Personal.

Cybercrime passiert dagegen in einer solchen Häufigkeit, dass allein die Fallzahlen bereits eine wesentliche Hürde darstellen. Allein 2017 sind rund 85 000 Fälle registriert worden, die unter Cyber-Kriminalität eingestuft werden können. Die Erfolgsquote der Polizei ist in diesem Bereich jedoch bescheiden: Knapp die Hälfte der Fälle bleiben nicht aufgeklärt, in manchen Bereichen sind es gar nur 25 Prozent der Fälle, die die Polizisten nicht aufklären können. Besonders bei kleineren Straftaten kann es schnell passieren, dass die Ermittlungen erst gar nicht eingeleitet werden.

Versprochen: Wir werden das Thema nicht vergessen und darüber berichten, wann immer es angebracht ist.

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