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Cyberangriff auf Internationales Rote Kreuz - Daten von über 515.000 Personen gestohlen - Daten von über 515.000 Personen gestohlen

20.01.2022 | 10:17 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Das IKRK ist schockiert: Bei einem Angriff wurden über 515.000 Daten von schutzbedürftigen Menschen gestohlen.

Das Internationale Kommitee vom Roten Kreuz (IKRK) zeigt sich schockiert von einem Cyberangriff auf Server, die es zur Speicherung von sensiblen Daten genutzt werden. In einem Tweet werden die für den Angriff und Diebstahl von über 500.000 Personendaten verantwortlichen Personen dazu aufgefordert, sich "zurückzuziehen". Das IKRK erklärt: "Verursachen Sie nicht noch mehr Schaden und Leid bei hochgradig gefährdeten Menschen, indem Sie ihre Daten weitergeben, verkaufen oder nutzen."

Bisherige Untersuchungen haben ergeben, dass bei dem Angriff über 515.000 Daten von schutzbedürftigen Menschen gestohlen wurden. Darunter befänden sich auch Personendaten, die wegen Krisen und Katastrophen von ihren Familien getrennt wurden. Aber auch Daten von vermissten oder inhaftierten Personen. Betroffen seien Daten von mindestens 60 nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften aus der ganzen Welt.

"Ein Angriff auf die Daten vermisster Personen macht die Ängste und das Leid für die Familien noch schwerer zu ertragen. Wir sind alle entsetzt und fassungslos, dass diese humanitären Informationen ins Visier genommen und kompromittiert werden", so Robert Mardini, Generaldirektor des IKRK. Ein solcher Angriff gefährde Menschen, die auf humanitäre Hilfe angewiesen seien.

IKRK befürchtet Veröffentlichung der Daten

Man sei in großer Sorge, dass diese gestohlenen, vertraulichen personenbezogenen Daten verkauft und / oder veröffentlicht werden könnten. Bisher gebe es keine Hinweise, dass dies bereits geschehen sei.

Laut den bisherigen Erkenntnissen zielte die Attacke auf ein externes Unternehmen in der Schweiz ab. Dieses hat das IKRK mit der Speicherung seiner Daten beauftragt.

An die Angreifer appelliert das IKRK: "Die wirklichen Menschen, die wirklichen Familien hinter den Informationen, die Sie jetzt haben, gehören zu den am wenigsten Mächtigen der Welt. Bitte tun Sie das Richtige. Geben Sie diese Daten nicht weiter, verkaufen Sie sie nicht, lassen Sie sie nicht durchsickern und verwenden Sie sie nicht anderweitig."

Cyberangriff beeinträchtigt Arbeit der Helfer

Der Cyberangriff hat auch Auswirkungen auf die Tätigkeiten der Helfer. Man sei gezwungen worden, das Programm "Restoring Family Links" vorerst abzuschalten, welches dabei helfen soll, Familienmitglieder zusammenzuführen, die wegen Konflikten, Katastrophen oder Migration getrennt wurden. Dies beeinträchtige die Helfer dabei, die getrennten Familien wieder zusammenzuführen. Man arbeite jetzt daran, so schnell wie möglich an einer alternativen Lösung, um die Arbeit fortsetzen zu können.

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