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Covid-19: Facebook und Twitter sperren Trump-Post

07.10.2020 | 15:55 Uhr | Denise Bergert

Ein Beitrag von US-Präsident Donald Trump, in dem er Covid-19 mit der saisonalen Grippe vergleicht, wurde von Facebook und Twitter gesperrt.

Nach seinem Krankenhaus-Aufenthalt aufgrund einer Infektion mit dem Covid-19-Virus, verharmloste US-Präsident Donald Trump gestern in den sozialen Medien die Pandemie. Laut Trump würden jährlich trotz Impfung in den USA mehr als 100.000 Menschen an der Grippe sterben. Deswegen gäbe es keinen Grund für einen Shutdown des kompletten Landes. Die US-Amerikaner hätten gelernt damit zu leben. So sei die Lage auch bei Covid-19. Die Amerikaner müssten einfach lernen, damit zu leben. In seinem Schlusssatz merkt Trump schließlich noch an, dass Covid-19 sogar weniger tödlich sei als die normale Grippe.

Nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung wurde Trumps Beitrag auf Facebook gelöscht. Eine Sprecherin bestätigte gegenüber Cnet , dass das soziale Netzwerk generell Falschinformationen zu Covid-19 lösche und aus diesem Grund auch Trumps Beitrag entfernt habe. Twitter versteckte ihn hingegen hinter einem Warnhinweis . Dieser erklärt, dass der Beitrag gegen die Twitter-Richtlinien zur Verbreitung von Falschinformationen bezüglich Covid-19 verstoße. Im Interesse der Öffentlichkeit werde der Beitrag jedoch nicht gelöscht.

Seit Beginn der Pandemie gehen soziale Netwerke härter gegen die Verbreitung von Falschinformationen vor - die neuen Richtlinien werden dabei auch auf Politiker angewendet. So löschten Facebook und Twitter bereits im August Videos aus Trumps Account. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro machte ebenfalls bereits Bekanntschaft mit den neuen Richtlinien. Von seinem Account wurden im März mehrere Videos gelöscht, in denen er Social Distancing und Quarantäne als geeignete Mittel gegen die weitere Ausbreitung der Pandemie in Frage gestellt hatte. Kritiker bemängeln jedoch auch weiterhin, dass Facebook und Twitter Löschungen zu zaghaft und zu langsam vornehmen würden. Trotz der neuen Richtlinien seien die beiden Netzwerke immernoch die Hauptüberträger von Falschinformationen.

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