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Coronavirus stoppen: So bauen Sie einen österreichischen Mundschutz

06.04.2020 | 11:15 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Sie wollen selbst einen Mundschutz gegen das Coronavirus Sars CoV2 und Covid-19 bauen? Wir stellen Anleitungen dafür vor. Update: Das österreichische Bundesheer hat eine Nähanleitung veröffentlicht. Passend mit Flecktarnmuster.

Sie wollen selbst einen Mundschutz (Behelfs-Mund-Nasen-Schutz, BMNS) gegen das Coronavirus SARS CoV2 und die dadurch verursachte Krankheit Covid-19 bauen beziehungsweise nähen? Wir stellen die passenden Anleitungen dafür vor.

Wichtig: Die mit den folgenden Bauanleitungen selbst gebauten/genähten Mundschutz-Improvisationen sind weder zertifiziert noch auf ihre Wirksamkeit getestet – wir übernehmen keine Haftung für die Wirksamkeit der Masken und für die Korrektheit der Bauanleitungen. Die damit gebauten Masken sind definitiv nicht für den Einsatz im medizinischen Bereich gedacht. Doch wenn sich möglichst viele Menschen einen Mund-Nasenschutz selbst bauen anstatt ihn zu kaufen, stehen den Rettungskräften mehr von den professionellen Schutz-Lösungen zur Verfügung. Denn aus genau diesem Grund raten viele Gesundheitseinrichtungen davon ab generell einen Mundschutz zu tragen: Weil dann die Mund-Nasen-Schutz-Lösungen für die Profis noch knapper werden könnten.

Auch Lena Meyer-Landrut wirbt für das Tragen eines Mundschutzes.
Vergrößern Auch Lena Meyer-Landrut wirbt für das Tragen eines Mundschutzes.
© instagram.com/p/B-HEN7-FQJi/

Doch wenn Sie sich den Mundschutz selbst bauen, nehmen Sie den Rettungs- und Pflegekräften keinen Mundschutz weg! Genau aus diesem Grund empfiehlt auch der bekannte Berliner Virologe Christian Drosten das Selberbauen eines Mundschutzes.

Zudem gilt: Wenn jeder von uns einen solchen selbst genähten Mundschutz tragen würde, würde er/sie das Ansteckungsrisiko, das von ihm/ihr ausgeht, in jedem Fall reduzieren. Damit wäre allen geholfen. Das Robert-Koch-Institut schreibt zum Thema Mundschutz tragen: „Wenn sich eine an einer akuten respiratorischen Infektion erkrankte Person im öffentlichen Raum bewegen muss, kann das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) oder einer alternativen, ggf. textilen Barriere im Sinne eines MNS durch diese Person sinnvoll sein, um das Risiko einer Ansteckung anderer Personen durch die größtmögliche Zurückhaltung von Tröpfchen, welche beim Husten oder Niesen entstehen, zu verringern (Schutz der Mitmenschen). Für die optimale Wirksamkeit ist es wichtig, dass ein Mund-Nasen-Schutz korrekt sitzt (d.h. eng anliegend getragen wird), bei Durchfeuchtung gewechselt wird, und dass während des Tragens keine (auch keine unbewussten) Manipulationen daran vorgenommen werden“.

Abmahngefahr: Vermeiden Sie den Begriff "Schutz"

Rechtsanwälte warnen davor, dass die Verwendung des Begriffs „Schutz“ bei selbst- gebauten/-genähten Masken, die für den Verkauf oder sogar nur als kostenlose Spende an Dritte vorgesehen sind, zu einer Abmahnung führen könnte. Deshalb sollte jede/r, die/der eine Maske selber herstellt und an Dritte außerhalb des privaten/familiären Bereichs weitergibt, die folgenden Formulierungen vermeiden:

  • Mundschutz

  • Mundschutzmaske 

  • Atemschutzmaske

Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein und Abmahn-Anwälten keine Angriffsmöglichkeit zu bieten, empfehlen die Rechtsexperten der IT-Recht-Kanzlei München folgende Formulierungen:

  • „Mundbedeckung“

  • „Mund- und Nasen-Maske“

  • "Behelfsmaske'

Eventuell ist auch die Bezeichnung "Behelfsmundschutz" rechtlich in Ordnung, weil hier der Zusatz "Behelf" die medizinische "Widmung" relativiert.

Ein solcher selbst genähter Mundschutz macht aber keinen Sinn, wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören. In diesem Fall sollten Sie im Idealfall konsequent zu Hause bleiben oder andernfalls zumindest einen zertifizierten Mundschutz tragen. Idealerweise eine FFP2-Maske. Denn nur derartige Masken bieten einen ausreichenden Eigenschutz vor einer Infektion. Wobei sie dann aber noch an den Schutz Ihrer Augen denken sollten und eine Brille aufsetzen sollten. Oder Sie bauen sich eine Gesichtsschutzmaske gegen Corona: 3D-Drucker drucken Schutzmasken und Ventile.

Bauanleitungen für Mund-Nasen-Schutz

Das österreichische Bundesheer hat eine Nähanleitung für einen Mund-Nasen-Schutz veröffentlicht. Sie finden die Anleitung in diesem Tweet des Pressesprechers des österreichischen Bundesheeres. Passend mit Flecktarnmuster.

Die Feuerwehr der Stadt Essen hat hier eine Nähanleitung für Behelfs-Mund-Nasen-Schutz veröffentlicht. Die Anleitung ist ausführlich und durchgehend mit Fotos illustriert. Dieses über fünf Minuten lange Youtube-Video zeigt zudem anhand der Essener Anleitung, wie man einen derartigen Mundschutz baut.

Das Klinikum der Stadt Leverkusen hat ebenfalls eine Nähanleitung für Mund-Nasenschutz-Masken veröffentlicht. . Auch diese Anleitung ist durchgehend bebildert.

Aus Hongkong wiederum stammt diese Anleitung in Text und Bild zum Bau eines Mund-Nasenschutzes. Das dazu gehörigen Anleitungsvideo finden Sie hier.

Die Seite maskeauf.de hat eine interessante Übersicht dazu veröffentlicht, welche Materialen im Mundnasenschutz Partikel besonders gut stoppen. Demnach eignet sich ein Staubsaugerbeutel besonders gut, gefolgt von Geschirrtuch und T-Shirt-Stoff mit einem möglichst geringen Baumwollanteil. Ein Baumwoll-T-Shirt dagegen oder ein Schal eignen sich nur bedingt als Material für den selbst genähten Mund-Nasenschutz. Auf maskeauf.de finden Sie außerdem Tipps rund um Schutzmasken und weitere Bauanleitungen.

Interessant ist auch eine Aktion der Feuerwehr Abensberg. Diese sucht Freiwillige, die für die Feuerwehr Masken nähen.

Zum Schluss noch ein originell gemachtes Video aus Indien: Indische Polizisten tanzen das richtige Händewaschen.

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