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Coronavirus kann auf Handys & Geldscheinen bis zu 28 Tage überleben

12.10.2020 | 12:55 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Eine neue Studie warnt: Das Coronavirus kann auf glatten Oberflächen wie Smartphones, Geldautomaten oder Geldscheinen bis zu 28 Tage überleben. Gerade bei niedrigeren Temperaturen.

Als die Corona-Krise im März 2020 mit voller Wucht losbrach und die Nachrichtenlage dominierte, stellten sich viele Menschen vor allem zwei Fragen: Wie gefährlich ist das Virus und wie wird es überhaupt übertragen? Wir fragten bereits Mitte März dazu beim Robert-Koch-Institut RKI nach: Coronavirus - so gefährlich sind Handys, Türklinken, Griffe und Co. Ähnlich wie 2003 mit SARS gehörte pcwelt.de zu den ersten Publikationen, die über diesen Aspekt schrieb. Das RKI ergänzte kurz nach unserer Anfrage übrigens seine FAQ zur SARS-CoV-2 um diesen Aspekt. Seit damals haben Wissenschaftler und Mediziner in aller Welt viele neue Erkenntnisse zum SARS-CoV-2-Virus gewonnen und zusammengetragen.

Ein ganz neues Forschungsergebnis, das die australische Forschungsbehörde "CSIRO Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation" zum Coronavirus veröffentlicht hat , sorgt nun für neue Unruhe: Das Virus kann demnach auf glatten Oberflächen wie Smartphones, Handys oder Geldautomaten bis zu 28 Tage überleben.

So lange überlebt das Coronavirus auf bestimmten Oberflächen in Abhängigkeit von der Temperatur.
Vergrößern So lange überlebt das Coronavirus auf bestimmten Oberflächen in Abhängigkeit von der Temperatur.
© CSIRO Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation

Das SARS-CoV-2-Virus könne demnach rund zehn Tage länger als das Influenzavirus (das die Grippe verursacht) auf bestimmten Oberflächen überleben. Niedrige Temperaturen würden das Überleben des Virus erleichtern. Besonders auf Oberflächen aus Glas, rostfreiem Stahl und Geldscheinen könnte SARS-CoV-2 länger überleben, wobei Papier-Geldscheine noch bessere Überlebensbedingungen als Plastikgeldscheine bieten würden. Euro-Geldscheine bestehen zum Beispiel aus Baumwollpapier.

Bei 20 Grad Lufttemperatur kann das SARS-CoV-2-Virus demnach auf Glas, Stahl, Vinyl, Papier- und Kunststoff-Banknoten mindestens 28 Tage überleben. Auf Baumwolle weniger als 14 Tage. Mit „Glas“ meinen die Forscher ausdrücklich die Touchscreens von Smartphones oder Tablets. 20 Grad ist die typische Raumtemperatur - gerade auch während der Heizzeit im Winter. Mit anderen Worten: Das Virus fühlt sich jetzt in unseren Büro- und Wohnräumen pudelwohl. Zum Vergleich: Das Influenza-A-Virus überlebt bei diesen Bedingungen nur rund 17 Tage.  

Folgende Bedingungen würden das Überleben des Virus grundsätzlich erleichtern:

  • Niedrige Temperaturen

  • Nicht-poröse beziehungsweise glatte Oberflächen

Schlechtere Überlebensbedingungen findet das SARS-CoV-2-Virus dagegen bei hohen Temperaturen sowie auf porösen Oberflächen wie Baumwolle vor. Plastik-Banknoten böten wohl etwas schlechtere Überlebenschancen als Papier-Banknoten. Sonnenlicht wäre ein besonders guter Virenkiller.

Die lange Überlebensfähigkeit des Virus auf glatten Oberflächen gerade in der kalten Jahreszeit zeigt, wie wichtig gründliches Händewaschen und Desinfizieren ist.

Die englischsprachige Studie ist hier verlinkt und dort finden Sie auch eine Zusammenfassung der Ergebnisse.

Keine SARS-Infektionen durch Hauptplatinen




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