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Coronavirus: Stuhl, Urin und Blut übertragen Virus wohl nicht

07.04.2020 | 14:55 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Wissenschaftler haben Covid-19-Patienten aus München daraufhin untersucht, wo sich in deren Körper das Coronavirus nachweisen lässt.

In der Zeitschrift Nature ist eine Studie zum Coronavirus erschienen, die die Infektionswege untersucht. Für diese Studie untersuchten die Wissenschaftler Roman Wölfel, Victor M. Corman, Wolfgang Guggemos unter Mithilfe von Kollegen neun Fälle von Covid-19-Infektionen mit dem Coronavirus SARS CoV-2 unter anderem daraufhin, wo überall im Körper das Virus nachgewiesen werden kann. Diese Patienten, die alle in München behandelt wurden und nicht zur Risikogruppe der besonders alten Menschen gehörten, waren weniger stark erkrankt und hatten vor allem in den oberen Atemwegen Beschwerden.

Husten, Niesen, "feuchte" Aussprache sind gefährlich: Typischerweise lässt sich das Virus demnach während der ersten Woche, in denen ein Infizierter Covid-19-Symptome zeigt, in dessen Rachenraum beziehungsweise in den oberen Atemwegen nachweisen. Im Rachenraum ist die Viruslast sehr hoch. Aber auch in der Lunge eines Infizierten mit Symptomen lässt sich das Coronavirus nachweisen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass sich das Coronavirus im Rachenraum und in der Lunge voneinander unabhängig vermehrt.

In den Stuhlproben der neun Infizierten fanden die Ärzte dagegen keine Hinweise auf SARS CoV-2. Selbst dann nicht, wenn die Viruslast ansonsten sehr hoch war. Ebenso wenig ließ sich das Coronavirus im Blut oder im Urin der Erkrankten nachweisen.
Im Auswurf der Patienten ließ sich aber auch noch nach Abklingen der Symptome das Virus nachweisen.

Antikörper gegen das Coronavirus ließen sich bei allen untersuchten Patienten nach 14 Tagen nachweisen, nach sieben Tagen immerhin bei (rund) der Hälfte der Patienten. Die Viruslast ging deswegen aber nicht schnell zurück.

Spannend sich auch die Symptome, die die Patienten zeigten: Husten, Fieber, Durchfall, bei einigen aber auch ein Verlust des Geruchssinns (Hyposmia) oder des Geschmacksinns und Kurzatmigkeit.

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