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Corona-Krise: Disney+, Youtube, Apple und Amazon drosseln Streaming-Qualität

23.03.2020 | 09:09 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Nach Netflix drosseln auch alle anderen Streaming-Anbieter ihr Qualität, um das Internet in Europa zu entlasten.

Nach Netflix haben mittlerweile auch Youtube, Amazon, Apple und Disney die Qualität ihrer Video-Streaming-Angebote während der Coronavirus-Krise in Europa einschränkt. Die Internet-Nutzung ist massiv gestiegen, nachdem viele Menschen so viel mehr Zeit daheim verbringen oder im Home Office arbeiten müssen. Damit folgen die Anbieter einem Wunsch der EU-Kommission

Youtube erklärt: "Wir verpflichten uns, den gesamten Datenverkehr in der EU vorübergehend standardmäßig auf Standardqualität umzustellen."

Gegenüber der britischen Zeitung The Guardian bestätigte ein Sprecher von Amazon, dass auch bei Prime Video während der Krise die Videoqualität eingeschränkt wird. Man habe bereit mit der Reduzierung der Bitrate begonnen und arbeite mit allen Providers in Europa zusammen.

Disney+ verschiebt Start in Frankreich

Disney+ startet offiziell am 24. März 2020 in Europa und hat ebenfalls angekündigt, die Videoqualität einschränken zu wollen. Zudem werde auch der Start in Frankreich verzögert, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet. Disney erwarte demnach eine hohe Nachfrage zum Start seines Dienstes Disney+ in Europa und reduziere daher auf allen neuen Märkten die Bandbreiten-Nutzung um mindestens 25 Prozent.

Den Start in Frankreich hat Disney+ um zwei Wochen auf Wunsch der französischen Regierung verschoben.

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Apple TV+ setzt höhere Kompression ein

Und schließlich auch Apple TV+, das Streaming-Angebot von Apple, wird in Europa mit einer reduzierten Bitrate ausgeliefert, wie 9to5mac.com meldet. Demnach senke Apple derzeit nicht nur die Auflösung, sondern setze auch eine stärkere Kompression ein, um die übertragene Datenmenge zu reduzieren.

Netflix reduziert Video-Streaming-Qualität als erster Dienst

Ursprüngliche Meldung vom 20.3., 09.45 Uhr: Netflix reduziert vorerst innerhalb der EU die Videoqualität seiner Inhalte um 25 Prozent. Durch die geringere Bitrate soll die Datenmenge verringert werden, die bei der Nutzung von Netflix verursacht wird. Die neue Regel gilt zunächst für 30 Tage und soll die Internet-Infrastruktur innerhalb der Europäischen Union entlasten. Laut Angaben von Netflix sollen die Nutzer weiterhin die Streaming-Inhalte in einer "guten Qualität" ansehen können.

Die Internet-Nutzung in Europa ist in den letzten Tagen massiv angestiegen, nachdem in ganz Europa die Bevölkerung aufgrund der Coronavirus-Pandemie ihre soziale Kontakte massiv einschränken muss. Deutsche Provider betonten zwar in den letzten Tagen, dass keine Gefahr für die Verfügbarkeit des Internets bestehe , dennoch hatte die EU-Kommission in dieser Woche die Sorge darüber geäußert, dass die Infrastruktur des Internets überlastet werden könnte.

Der für den Internet-Markt zuständige EU-Kommissar Thierry Breton hatte daher nach einem Telefongespräch mit Netflix-Chef Reed Hastings die Streaming-Dienst-Anbieter dazu aufgefordert, die von ihnen angebotene Videoqualität zu reduzieren, um damit den durch sie verursachten Datenverbrauch zu begrenzen. "Streaming-Plattformen, Telekommunikationsbetreiber und Nutzer, wir alle haben eine gemeinsame Verantwortung, Maßnahmen zu ergreifen, um das reibungslose Funktionieren des Internets während des Kampfes gegen die Virusverbreitung zu gewährleisten", so Breton.

Bei 4K-Inhalten empfiehlt Netflix eine Verbindung mit 25 Megabits pro Sekunde. Bei HD-Qualität sind es dagegen nur noch 5 Megabit pro Sekunde und bei der Standardauflösung sogar nur noch 3 Megabit pro Sekunde. Durch die Reduzierung der Videoqualität kann die übertragene Datenmenge massiv gesenkt werden.

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