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Corona-Impfstoff: Im Darknet für rund 1300 US-Dollar angeboten

07.12.2020 | 12:46 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Der von Biontech entwickelte Sars-CoV-2-Impfstoff gegen Covid-19 wird bereits im Darknet angeboten. Das behaupten zumindest die Darknet-Anbieter.

Das deutsche Unternehmen Biontech hat zusammen mit dem US-Pharmariesen Pfizer einen Impfstoff gegen das Sars-CoV-2-Virus und gegen die Infektionskrankheit Covid-19 entwickelt. Weltweit war Biontech sogar das erste Unternehmen, das einen einsatzbereiten Impfstoff vorgestellt hat. In Großbritannien beginnt jetzt aufgrund einer Notfallzulassung des Impfstoffs die Impfung und in der EU dürfte die Zulassung ebenfalls bald erfolgen. Doch im Darknet wird der Impfstoff von Biontech bereits angeboten.

Die Darknet-Händler locken mit ihrem Impfstoffangebot wohl Menschen an, die händeringend auf die Impfung warten. Das Angebot hört offensichtlich auf Namen wie „Pfizer Covid Vaccines“ oder “Coronavirus Vaccine”, wie Betanews und andere US-Medien berichten. Vice.com fand mehrere Anbieter für den Impfstoff im Darknet beziehungsweise "Dark Web". Diese Händler würden bis zu 1300 US-Dollar für eine Dosis verlangen. Wobei eine Impfung für einen vollständigen Impfschutz ja nicht ausreichend sein dürfte. Die Darknet-Anbieter versprechen, in jedes Land zu liefern.

Einige der Anbieter behaupten, Apotheken zu sein. Sie geben vor, ihre Impfdosen von der britischen Regierung erhalten zu haben. Einer der Anbieter behauptet, rund 560 Dosen auf Lager zu haben. Beweise für die Echtheit der Angebote konnte aber keiner der Anbieter vorlegen, als ihn Vice darum bat.

Dieses „Schwarzmarktangebot“ erscheint umso dubioser, weil der originale Biontech-Impfstoff bei -70 Grad gelagert werden muss, wenn man ihn länger aufbewahren will. Für den zeitnahen Einsatz reichen dagegen auch weniger niedrige Kühltemperaturen, wie sie ein Kühlschrank bietet. Schon allein diese besonderen Ansprüche an die extrem kühle Lagerung lassen die Darknet-Angebote als Fake erscheinen.

Einkäufe auf einem Darknetz-Marktplatz beruhen auf dem Prinzip Vertrauen, da alle Teilnehmer ja anonym sind. In diesem konkreten Fall, also bei den Anbietern des angeblichen Biontech-Impfstoffs gegen Covid-19, dürfte die Wahrscheinlichkeit sehr hoch sein, dass die Betrüger nur Kasse machen wollen und die Käufer nichts oder nur eine Fälschung erhalten. Von den medizinischen Risiken einer Selbstmedikation ganz abgesehen.

Sollten die angebotenen Impfseren dagegen echt sein, dann hätte Pfizer ein echtes Problem. Denn dann gäbe es wohl eine Schwachstelle in der Lieferkette des US-Pharmakonzerns.

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